Mi, 25. April 2018

Alle Jahre wieder

23.10.2006 17:20

Fifa 2007

Österreichs Nationalteam taumelte von einer Pleite zur nächsten, bevor mit den Siegen gegen Liechtenstein und die Schweiz so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer auftauchte. Die nationalen Klubs sind, bis auf die derzeit katastrophal agierende Austria, allesamt aus den internationalen Bewerben ausgeschieden. Schwere Zeiten also für heimische Fußballfans. Das neue "Fifa 2007" bietet nun die Möglichkeit, es zumindest auf dem Rasen aus Bits und Bytes anders laufen zu lassen.

In 27 Ligen, inklusive der heimischen Meisterschaft mit 510 lizenzierten Mannschaften, sowie über 10.000 nachempfundenen Kickern lässt sich diese Saison auf Torjagd gehen. Allerdings betrifft dies erstaunlicherweise nicht die Xbox360-Version, bei der ärgerlicherweise nur eine handvoll der lizenzierten Ligen vorhanden sind.

Die Spielmodi bieten an sich nichts neues. Wie gehabt kann im Trainingsmodus die Steuerung geübt, oder schnell ein Freundschaftsspiel absolviert werden. Natürlich darf der Turniermodus und der Managermodus nicht fehlen. Beim letztgenannten gilt als Währung nun der Euro und eine Simulation beleuchtet detailliert den jeweiligen Spieltag. Wie gehabt ist diese Spielvariante nicht besonders üppig ausgefallen - wer allerdings Wert auf eine tiefergehende Management-Simulation legt, der greift sowieso eher auf den Fußballmanager aus dem Hause EA zurück.

Viel wichtiger ist jedoch die Frage, wie sich das Fifa wohl dieses Jahr spielt. Mal ging es Richtung Arcade, dann wieder in Richtung Simulation und da war ja noch eine nicht sehr gelungene Ballphysik sowie ein teilweise unglücklich agierender Torhüter.

Der erste Blick auf den Rasen zeigt einmal die stark verbesserte Ballphysik sowie beherzt in realistisch aussehende Kopfball-Duelle gehende Spieler. Zudem dürfte es nun wieder simulationslastiger werden. Auf den zweiten Blick folgt das erste Stirnrunzeln, denn die KI sorgt immer wieder für etwas Verwunderung. Warum denn nur will der eigene Außenverteidiger den anstürmenden Flügelspieler des Gegners nicht attackieren? Zumindest der Torhüter scheint verbessert und greift nur selten wirklich daneben. Solche Patzer soll es im richtigen Leben ja aber auch das eine oder andere Mal schon gegeben haben.

Technisch gefällt die diesjährige Fifa-Variante besser als der Vorgänger. Das Kantenflimmern wurde wieder beseitigt, die Spieleranimationen sehen gewohnt toll aus und die fernsehgerechte Präsentation sorgt zusätzlich für Stimmung. Neben verschiedensten gut abgestimmten Soundtracks feuern im Spiel die Fans ihre Mannschaft mit realistisch klingenden Gesängen an und auch die Kommentatoren fallen diesmal nicht unangenehm auf.

Dem Online-Modus kommt jetzt noch mehr Bedeutung zu. So stehen etwa aktualisierte Spieler und Mannschaftsdaten zur Verfügung. Dazu gibt es aktuelle News rund um das runde Leder und eine gut gemachte interaktive Liga. Bei dieser lassen sich die Partien, die in der Realität in der letzten Meisterschaftsrunde stattgefunden haben, nachspielen.

Fazit: Wie jedes Jahr stellt sich die Frage, ob das aktuelle Fifa eine Neuanschaffung rechtfertigt. Fans, die auf die aktuellen Spielerdaten wert legen, sowie Neueinsteiger können bedenkenlos zugreifen. Auch jene mit Onlinezugang kommen auf ihre Kosten. Allerdings trübt vor allem die schlecht umgesetzte KI gewaltig den Spielspass. Diese hatten die Entwickler von EA Sports schon mal entscheidend besser hinbekommen.

Plattform: PS2 (getestet), Xbox, Xbox360, GCN, PC
Publisher: EA Sports
Krone.at-Wertung: 78%

von Harald Kaplan

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