Do, 23. November 2017

Spionagethriller

16.02.2017 07:11

Schon drei Festnahmen nach Mord an Kim-Bruder

Nach dem vermuteten Giftmord am ältesten Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Malaysia hat die Polizei am Donnerstag zwei weitere Verdächtige, eine Frau und einen Mann, verhaftet. Am Mittwoch war im Zusammenhang mit dem Tod von Kim Jong Nam (45) bereits eine 28-jährige Frau festgesetzt worden. Sie soll Papiere aus Vietnam dabeigehabt haben. Spekuliert wird, dass es sich bei den Frauen um Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes handelt.

Die am Donnerstag verhaftete 29-Jährige soll im Besitz eines indonesischen Reisepasses sein. Der laut einem Bericht der BBC wenig später verhaftete Mann soll der Freund der Frau sein und einen malaysischen Pass haben.

Auf die Spur der beiden Frauen kam die malaysische Polizei durch die Aufnahmen von Überwachungskameras auf dem Flughafen der Hauptstadt Kuala Lumpur. Dort war der älteste Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers von zwei Frauen angegriffen worden, als er am Montag nach China fliegen wollte. Auf dem Weg ins Krankenhaus starb er. Südkorea beschuldigt das Regime in Pjöngjang, hinter dem Mord zu stecken. Von dort gab es auch nach drei Tagen keinerlei Kommentar.

Auslieferung nach Nordkorea verweigert
Mehrere malaysische Zeitungen berichteten jedoch unter Berufung auf die Polizei, dass Nordkorea von Malaysia die Auslieferung des Toten verlangt. Das sei aber bereits abgelehnt worden. Der Leichnam Kim Jong Nams war am Mittwoch in einer Klinik in Kuala Lumpur obduziert worden, um die genaue Todesursache zu klären. Wann das Ergebnis bekannt gegeben wird, ist noch unklar. Offiziell bestätigt die Polizei nicht einmal, dass es sich um den Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers handelt.

Der 45-Jährige - erstgeborener Sohn des früheren Diktators Kim Jong Il - wurde früher auch als möglicher Nachfolger gehandelt. Noch zu Lebzeiten des Vaters fiel er jedoch in Ungnade. Nach dessen Tod im Dezember 2011 rückte sein jüngerer Halbbruder an die Spitze des kommunistischen Staates auf. Kim Jong Nam lebte seither die meiste Zeit im Ausland. Mehrfach äußerte er sich kritisch über die Situation in seinem Heimatland, der letzten kommunistischen Dynastie. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Neue Details zum Überfall
Unterdessen wurden weitere Details zum Hergang des Attentats bekannt. Laut einem Bericht der "New Straits Times" dauerte der Überfall nur fünf Sekunden. Demnach wurde der Nordkoreaner vor dem Check-in-Schalter von einer der beiden Frauen abgelenkt. Die andere nahm ihn dann von hinten in den Schwitzkasten und vergiftete ihn. Auf Aufnahmen von Überwachungskameras soll zu sehen sein, dass sie einen Handschuh trug, der möglicherweise mit Gift präpariert war.

Das Blatt zitierte den Leiter einer Polizeisondereinheit mit den Worten: "Wir haben Grund zu der Annahme, dass dies das Werk von ausländischen Agenten war."

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