Sa, 21. Oktober 2017

IMAS-Umfrage

15.02.2017 22:09

Schwarz, Blau, dann Rot und die Grünen Vierter!

IMAS befragte 800 Wähler und sieht Haslauer klar vorn. Svazek sensationell, Rössler polarisiert mit Reiz-Themen.

Gleich 800 Wähler befragte das unabhängige Linzer IMAS-Institut im Auftrag der Volkspartei zur politischen Lage in Salzburg. Nach dem Desaster der Meinungsforscher bei den vergangenen Wahlen gibt es jetzt strengere Richtlinien, umso größer scheint die Freude bei der ÖVP, den Blauen und auch den Sozialdemokraten, die in dieser Moment-Aufnahme erstaunlich gut liegen. Unsere Grafik zeigt die aktuellen Umfrage-Trends, die als extrem seriös geltenden Experten von IMAS geben immer die Schwankungsbreiten bekannt. Demnach würde Wilfried Haslauers ÖVP bei der Sonntagsfrage ("Wen wählen Sie, wenn . . .") 31-33% erreichen. Das bedeutet gegenüber der Landtagswahl 2013 eine rasante Steigerung, damals waren es 29 %.

Svazek stark, Rössler miserabel

Danach folgt die junge blaue Parteichefin Marlene Svazek mit 21-23%. Bei den Wahlen erreichte ihr (aus der Partei ausgeschlossener) Vorgänger Karl Schnell 17%. Ein gewaltiges Vertrauensvotum für Svazek. Gleich dahinter folgen Walter Steidls Sozialdemokraten mit 19-21%. Sie erreichten mit der damaligen Landeshauptfrau Burgstaller bei den (wegen des Finanzskandals vorgezogenen) letzten Wahlen zwar 23,8 Prozent, lagen aber dazwischen auch schon schlechter. Miserabel schneidet bei dieser Umfrage Astrid Rössler ab, Haslauers grüne Partnerin in der Regierung: 14-16%, bei der Wahl waren es noch 20,2 %. Die Reiz-Themen (wie das Tempo-Limit) polarisieren. Erstaunlich gut die NEOS unter Spitzenkandidat Sepp Schellhorn: Mit 5-7% würden sie klar den Einzug in den Landtag schaffen. Chancenlos die Ein-Mann-Partei von Ex-Stronach-Spitzenkandidat Hans Mayr: Nur 2-3% würden für die neu gegründete "SBG"-Bürgerpartei stimmen. Katastrophal scheint das Stimmungstief für Ex-FP-Langzeitchef Karl Schnell und seine Getreuen: 1-2% bei der Sonntagsfrage bedeuten so gut wie keine Chance auf einen Wieder-Einzug in den Landtag.

Wilfried Haslauer sieht im Gespräch mit der "Krone" in der Umfrage eine "gute Bestätigung für den unaufgeregten und arbeitsamen Weg." 68 Prozent sind mit der Politik der Landesregierung sehr oder eher zufrieden. Als Gründe werden der konstruktive Stil, das Auftreten des Landeshauptmanns und die Finanzpolitik genannt (Christian Stöckls Schuldenabbau im Zuge des Spekulationsskandals wird mit 45 Prozent Zustimmung sehr gut bewertet), steigern kann sich auch Landesrat Sepp Schwaiger, der in Personalaffären beinhart auch gegen "schwarze" Beamte durchgreift. Das Attribut "unzufrieden" wird den grünen Themen zugeschrieben: Tempo 80, die Verhinderung einzelner Vorhaben (Europark) und vor allem die Verkehrssituation im Allgemeinen (Stichwort: Mega-Stau) werden genannt. Dass dennoch die Konflikte nicht öffentlich ausgetragen werden, kommt bei den Befragten gut an: 48 Prozent stellen der Landesregierung ein gutes Zeugnis aus, mit dem Stil der Bundespolitik in Wien waren nur zehn Prozent der 800 Salzburger zufrieden.

Schellhorn wird im bürgerlichen Lager "grasen"

Was bewegt nun die Salzburger? In erster Linie die Jobs, dann die Sicherung einer modernen Gesundheitsversorgung, erschwingliche Wohnungen, die Bekämpfung der Kriminalität, eine sichere und stabile Zukunft des Landes sowie ein klares FPÖ-Thema, das aber auch von Haslauers ÖVP besetzt wird - die Anpassung der Ausländer an österreichische Spielregeln. Was bedeutet diese Umfrage für künftige Koalitionen? Seriöse Meinungsforscher meinen: Das wird sich erst am Wahlabend heraus stellen. Entscheidend kann das Abschneiden von Hotelier Sepp Schellhorn und seinen "neuen Österreichern" sein, weil er im bürgerlichen Lager "grasen" wird.
Eine Fortsetzung der momentanen Dreier-Koalition scheint nicht möglich, doch kann es zu einem Knalleffekt kommen: Sollte Hans Mayr das Stau-Problem gemeinsam mit der Stadt nicht lösen können, wäre ein Austausch durch EU-Abgeordnete Claudia Schmidt möglich. Haslauer - derzeit auf Skiurlaub in Salzburg - will sich nicht festlegen. Eine Koalition mit der jungen FP-Chefin und ihren Kommilitonen erscheint ihm sehr unsicher.

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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