Mi, 18. Oktober 2017

VVT-Boss Joe Falkner

15.02.2017 22:00

„Lasst uns einfach in Ruhe arbeiten!“

"Belastungen und zwar so weit das Auge reicht!" Mit diesen Worten fasst Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung TTV, die aktuelle Situation in der Branche zusammen. Und dass die Gewerkschaft die Wirte nun per se auch noch als Ausbeuter bezeichnet, schlage dem Fass endgültig den Boden aus. Sein Appell an alle: "Lasst uns doch einfach nur arbeiten!"

Neben den bereits bekannten Schikanen (Allergene, Rauchen, Mehrwertsteuer-Erhöhung, etc.) blockiere vor allem die Ruhezeitenverordnung die Arbeit in der Branche. "Wir müssen uns um den Gast von 7 Uhr in der Früh, wenn er aufsteht, bis um 22 Uhr, wenn er ins Bett geht, kümmern. Die Arbeit muss getan werden, wenn sie zu machen ist", fordert Falkner eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Laut Gesetz muss ein Arbeitnehmer nach getaner Arbeit nämlich elf Stunden ruhen. Zudem muss es pro Wochen noch eine durchgehende Ruhezeit von 36 Stunden geben. "Das wollen die meisten Arbeitnehmer nicht einmal selbst", schüttelt Falkner der Kopf. Und versichert: "An der Bezahlung scheitert das nicht. Wir bezahlen die Überstunden natürlich aus nur muss man uns arbeiten lassen!"

Nicht ständig Schlechtreden

Sauer stößt ihm, wie vielen anderen in der Branche, auch der Ausbeuter-Vorwurf der Gewerkschaft auf. "Dieser Vorwurf ist in meinen Augen schon fast strafbar und müsste eigentlich geahndet werden", sagt Falkner. Er appelliert daher an die Gegenseite, endlich mit diesen ständigen Gehässigkeiten aufzuhören: "Das ständige Schlechtreden einer ganzen Branche schadet Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen", ist Josef Falkner überzeugt.

Zumutbarkeitsgrenzen ändern

Noch ein Wort zum AMS: "Es kann nicht sein, dass wir 4000 Fachkräfte suchen, gleichzeitig aber 1500 stempeln gehen. Da müssen sich die Zumutbarkeitsgrenzen ändern", fordert Falkner.

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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