So, 19. November 2017

Jahrelanger Konflikt

15.02.2017 13:40

Lufthansa und Piloten legten Tarifstreit bei

Die AUA-Mutter Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben ihren jahrelangen Lohntarifstreit - zumindest zum Teil - beigelegt. Beide Seiten hätten eine entsprechende Schlichterempfehlung angenommen, teilten Fluglinie und VC am Mittwoch mit. Die Einigung beziehe sich allerdings nur auf die Gehälter der rund 5400 Piloten im Konzerntarifvertrag von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Zahlreiche weitere Tarifthemen seien noch offen, hieß es.

Laut Lufthansa würden die betroffenen Piloten eine Vergütungserhöhung in vier Stufen in Höhe von insgesamt 8,7 Prozent erhalten. Die Laufzeit der Vergütungstarifverträge gelte bis Ende 2019. Zusätzlich gebe es eine Einmalzahlung von 5000 bis 6000 Euro für jeden Beschäftigten. Die Zusatzkosten aus dem Lohnabschluss belaufen sich für die Lufthansa demnach auf 85 Millionen Euro pro Jahr. Um die Steigerung zu kompensieren, sollen 40 Flugzeuge, die künftig zur Flotte kommen, außerhalb des Konzerntarifvertrags (KTV) eingesetzt werden.

VC-Mitglieder müssen noch endgültig zustimmen
Cockpit-Sprecher Markus Wahl sagte: "Die Bewertung des Schlichterspruches war erwartungsgemäß sehr schwierig und verlangt von den Piloten maximale Kompromissbereitschaft." Über die Gehaltserhöhung müssten nun die Mitglieder in einer Urabstimmung entscheiden, das Ergebnis dürfte Ende März bekannt gegeben werden.

Formal ging es in der Mitte Jänner begonnenen Schlichtung ausschließlich um die Gehälter der rund 5400 Piloten, die nach dem KTV für die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings fliegen. Der Spruch von Schlichter Gunter Pleuger musste sich folglich auf dieses Thema beschränken. Andere Tarifthemen waren ausgeklammert worden.

Der umstrittene KTV sieht vor, dass Flugzeuge der Marke Lufthansa fast nur von Piloten geflogen werden dürfen, die nach dem Tarifvertrag beschäftigt werden. Lufthansa sucht daher nach Wegen, Flugzeuge mit billigeren Piloten betreiben zu können. Im Konzern sind die KTV-Piloten bereits in der Minderheit. Bei allen Töchtern wie AUA, Swiss, Brussels oder Eurowings wird weniger gezahlt.

Streiks verursachten Kosten von 500 Millionen Euro
Der Tarifkonflikt läuft bereits seit 2012 - mit unzähligen Verhandlungsrunden, 14 Streiks und etwa 500 Millionen Euro Kosten. Er zieht sich so lange hin, weil hinter den Kulissen ein Streit zwischen den beiden Parteien um den Ausbau des Billigablegers Eurowings tobt. Die Piloter fürchten, durch die neue Konkurrenz mit schlechter bezahlten Angestellten im eigenen Haus künftig erpressbar zu werden. Für Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist die schnelle Expansion von Eurowings strategisch wichtig, um den Bestrebungen der Konkurrenten Ryanair und Easyjet Paroli zu bieten.

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