Di, 12. Dezember 2017

Forscher alarmiert

15.02.2017 09:01

Massenhaft Resistenzgene an Chinas Küste gefunden

Eine alarmierende Entdeckung haben Wissenschaftler an Chinas Ostküste in Mündungsgebieten von 18 großen Flüssen gemacht: In deren Sediment fanden sie massenhaft Bakterien mit sogenannten Resistenzgenen, die die Erreger gegen nahezu alle derzeit bekannten Antibiotika immun machen. Als Hauptschuldige identifizierten die Forscher die kommunalen Abwässer sowie Aquakulturen.

Für die Studie hat ein Team um Yong-Guan Zhu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking an 18 großen Mündungsgebieten 90 Sediment-Proben genommen und diese auf Erreger mit Resistenzgenen untersucht. Das Ergebnis sei erschreckend, berichten die Forscher. Die Menge reiche von knapp 900.000 bis zu 180 Millionen Genkopien pro Gramm Sediment, so Zhu. "Diese weite Verbreitung solcher Resistenzen in der aquatischen Umwelt ist alarmierend."

Kopfzerbrechen bereitet den Wissenschaftlern vor allem die Vielfalt der resistenten Bakterien. "Die gefundenen Resistenzgene machen gegen nahezu alle Antibiotika-Klassen immun, die bei Menschen und Tieren eingesetzt werden", berichtet das Team um Zhu. Besonders bedenklich sei der Umstand, dass man auch schon Erreger mit Resistenzgenen gegen den Wirkstoff Vancomycin - ein Antibiotikum der dritten Linie, das eingesetzt wird, wenn die gängigen Mittel nicht mehr helfen - gefunden hat, schreiben die Forscher im Journal "Nature Microbiology".

Forscher warnen vor verheerenden Folgen
Eine Häufung der Resistenzgene fanden sie Wissenschaftler vor allem dort, wo die Bevölkerungsdichte an Land hoch ist und viel Aquakultur (die kontrollierte Zucht von Fischen, Muscheln, Krebsen und Algen; Anm.) und Landwirtschaft betrieben wird. Wenn nichts getan werde, diese massive Verbreitung von resistenten Erregern in die Umwelt zu unterbinden, könne dies verheerende Folgen für die menschliche Gesundheit und die Tierhaltung haben, warnen die chinesischen Forscher.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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