Fr, 24. November 2017

Wettlokal-Überfall

15.02.2017 07:12

Flüchtete Räuber in die Türkei?

"Geld her!" Dann folgten zwei Schüsse. Die Angestellte des Wettlokals "Full House" in Salzburg-Liefering, und sieben weitere Personen, erstarrten. Zwei junge Kriminelle plünderten den Tresor und hauten mit 8.000 Euro ab. Doch der Ältere (19) stellte sich der Polizei. Nach dem Jüngeren  (17) wird europaweit gefahndet.

Mit seinem Rechtsanwalt Kurt Jelinek ging der mutmaßliche Räuber (17) am vergangenen Freitag zur Polizei, gestand den Raubüberfall vom 22. Jänner auf das Wettlokal in der Münchner Bundesstraße. Sein Motiv: noch unbekannt. Er war es aber, der die Schreckschusspistole in der Hand hatte, die Wettlokal-Angestellte in serbo-kroatischen Worten bedrohte und dann noch zwei Schüsse abgab sein Komplize hatte sich währenddessen am Tresor zu schaffen gemacht. Mit rund 8.000 Euro Beute suchte das Duo danach das Weite.

Nach der Tat hatte sich der arbeitslose Bosnier jedenfalls nach Serbien abgesetzt. Doch nach nur wenigen Tagen kehrte er wieder nach Salzburg zurück, und ging selbst zur Polizei. Ein Grund dafür könnten die detailreichen Fahndungsfotos aus der Überwachungskamera sein. Diese wurden rasch nach der Tat veröffentlicht und erhöhten so wohl den Druck auf die kriminellen Jugendlichen. Dadurch konnten die Ermittler die beiden Täter auch rasch identifizieren deswegen waren sie bereits mit 27. Jänner zur Festnahme ausgeschrieben. Außerdem ist der Kappenträger offenbar kein Unbekannter, sondern schon mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft. Er sitzt bereits in der Justizanstalt Puch-Urstein in Untersuchungshaft, wartet dort auf seinen Prozess. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Laut Polizei im Ausland
Derweil konzentriert sich die Polizei aber vorallem auf den flüchtigen Mann mit der Kapuzenjacke: Murat K. (17). Laut Polizei ist er im Ausland. Die Wurzeln des Österreichers lassen die Mutmaßung zu, dass er sich in der Türkei versteckt halten könnte. Die Polizei selbst gibt sich dazu aber noch bedeckt: "Er wird mittels europäischem Haftbefehl gesucht", heißt es knapp auf Nachfrage. Die Einvernahme des Schießwütigen könnte aber nicht nur zur Klärung der Straftat, sondern womöglich auch zur Festnahme seines flüchtigen Komplizen beitragen.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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