Di, 12. Dezember 2017

Kurz zu Besuch

13.02.2017 17:46

Täglich kommen bis zu 140 Migranten nach Serbien

Trotz der mittlerweile vor einem Jahr erfolgten Schließung der Balkanroute kommen laut dem serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic weiterhin täglich zwischen 110 und 140 Migranten in Serbien an. "Wir werden alles tun, damit wir nicht zu einem Parkplatz für illegale Migranten werden", erklärte Vucic am Montag bei einem Treffen mit Außenminister Sebastian Kurz in Belgrad.

70 Prozent der Flüchtlinge kämen derzeit über Bulgarien, 30 Prozent über Mazedonien ins Land, erklärte Vucic. Insgesamt würden sich derzeit mehr als 6700 Migranten in Serbien befinden. 5850 davon seien in den regulären Aufnahmezentren. Die übrigen Flüchtlinge, die bisher nicht in die Unterkünfte kommen wollten, rief Vucic dazu auf, dies zu tun. Mehr als 500 Menschen würden derzeit vor allem in Belgrad darauf warten, mit Menschenschmugglern weiter Richtung EU zu gelangen, so der serbische Regierungschef.

Vucic: Viele Länder halten ihr Aufnahme-Versprechen nicht
Im Gegensatz zu anderen Ländern in der Region sei Serbien seinen Verpflichtungen nachgekommen, sagte Vucic. Er kritisierte, ohne konkrete Länder zu nennen, dass andere Staaten in der Region die Aufnahme Tausender Flüchtlinge versprochen hätten, aber diesen Zusagen nicht nachgekommen seien. Österreich dankte Vucic für die Unterstützung durch Polizisten und Ausrüstung bei der Grenzsicherung. "Ich kann es kaum erwarten, dass die Zusammenarbeit in Zukunft noch ausgebaut wird" so Vucic.

Kurz lobt "besonnenen Politiker" Vucic
Kurz dankte Serbien für die Unterstützung bei der Schließung der Balkanroute vor einem Jahr. Der Außenminister lobte Vucic außerdem für "die sehr konstruktive Rolle am gesamten Balkan". "Der Balkan ist nach wie vor eine Region, wo es Herausforderungen gibt und auch zu Spannungen kommen kann, da braucht es besonnene Politiker", so Kurz. Wichtig sei, dass der Dialog zwischen Serbien und dem Kosovo zur Normalisierung der Beziehungen fortgesetzt werde, so Kurz.

Serbien will Flugverbindung Belgrad-Pristina reaktivieren
Als weiteren Schritt zum Abbau der Spannungen mit dem Kosovo will die serbische Regierung die Flugverbindungen zwischen Belgrad und Pristina wiederherstellen. Serbiens Verteidigungsminister Zoran Djordjevic werde eine Arbeitsgruppe leiten, die die Normalisierung des Luftverkehrs zur Aufgabe habe, teilte sein Ministerium am Montag in Belgrad mit.

Die Flugverbindung zwischen den beiden Städten ist seit dem Kosovokrieg in den Jahren 1998 und 1999 unterbrochen. Seitdem müssen Reisende die 350 Kilometer lange Strecke zwischen der serbischen Hauptstadt und der Hauptstadt des Kosovo mit dem Auto oder per Bus zurücklegen.

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Redaktion
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