So, 19. November 2017

In Wachkoma gefallen

14.02.2017 09:21

„Sie reagiert jetzt auf nichts mehr“

Für eine Routinebehandlung wurde Isabella F. in die neurologische Abteilung der Barmherzigen Brüder in Linz eingewiesen. Ihr Zustand verschlechterte sich dort aber dramatisch. Die 60-Jährige musste auf die Intensivstation ins Nachbarkrankenhaus der Barmherzigen Schwestern verlegt werden, wo sie nun im Wachkoma liegt. Ehemann Harald F. verlangt Aufklärung.

"Ich will endlich wissen, was meiner Frau passiert ist. Die Ärzte tun alle streng geheim", ist Harald F. verzweifelt. Der 57-Jährige hat die Patientenanwaltschaft des Landes Oberösterreich eingeschaltet, er vermutet mögliche Behandlungsfehler: "Alle Unterlagen zur Krankengeschichte und zur Pflegedokumentation werden jetzt eingeholt, das kann aber bis zu drei Monate dauern."
Dreimal täglich besucht F. seine Frau. Die Hoffnung, dass sich ihr Zustand bessert, schwindet immer mehr. "Die Isabella macht die Augen auf, reagiert aber auf nichts mehr unsere Tochter ist schon völlig fertig."

Künstliche Beatmung

Die Mutter wurde am 3. Jänner ins Spital eingeliefert und mit Tabletten und Infusionen behandelt. Ab 16. Jänner verschlechterte sich ihr Zustand plötzlich zusehends. "Meine Frau klagte über Schmerzen, konnte nicht mehr gehen und hatte Blut im Stuhl." Sie habe sich Sorgen darüber gemacht, dass sie mit Tabletten vollgepumpt werde, die sie nicht verträgt. "Sie hat nichts mehr gegessen und einen Ausschlag am ganzen Körper bekommen", sagt Harald F.
Ab 23. Jänner wurde die 60-Jährige künstlich beatmet, konnte kaum noch reden. "Sie hatte eine Lungenentzündung und ein Arzt hat angeordnet, dass sie andere Tabletten bekommt." Am 26. Jänner kollabierte die Patientin und wurde in lebensbedrohlichem Zustand zu den Barmherzigen Schwestern verlegt, weil die Intensivstation der Brüder zu dem Zeitpunkt ausgelastet war. Seit damals ist F. nicht mehr ansprechbar.

Infektion

"Die Verschlechterung des Zustands ist wegen eines Infektes aufgetreten eine Prognose zu stellen, ist derzeit leider nicht möglich", sagt Ordensspitälersprecher Wolfgang Marschall, Behandlungsfehler weisen beide Krankenanstalten von sich. "Und mit den Angehörigen ist sehr wohl gesprochen worden, das wurde auch dokumentiert."

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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