Di, 17. Oktober 2017

Guter Trump-Freund

13.02.2017 10:44

„Sound of Music“-Fan als neuer US-Botschafter?

Welche Qualifikationen hat ein Botschafter in den Job mitzubringen: Im Fall des möglichen neuen US-Chefdiplomaten in Wien, des Industriellen und Konzertpianisten Patrick Park, dürfte neben der Freundschaft zu US-Präsidenten Donald Trump vor allem der exzessive Konsum des Musicalfilms "Sound of Music" den Ausschlag gegeben haben. Denn wie könnte man, zumindest in den Augen vieler US-Amerikaner, Österreich besser kennenlernen als durch die verkitschten Abenteuer der Familie Trapp ...

Der bekennende "Sound of Music"-Fan Patrick Park dürfte eigenen Angaben zufolge neuer US-Botschafter in Wien werden. Sein Freund Donald Trump habe ihm eine Notiz mit den Worten "Auf zu deinem nächsten Kapitel, Herr Botschafter", zugesteckt, sagte Park der Lokalzeitung "Palm Beach Daily News". Offizielle Bestätigung war keine zu erhalten.

Park sei "besessen" von der Schnulze um die Salzburger Trapp-Familie - einem Film, der hierzulande weitaus weniger bekannt ist als in den USA und als wesentlicher Grund für die bis heute bestehende "Verkitschung" des Weltbildes von Österreich kritisiert wird -, schrieb die Zeitung am Wochenende.

Im Video: Die wohl berühmteste Szene aus "The Sound of Music"

"Ich habe ihn vielleicht 75-mal gesehen. Ich kann jedes einzelne Wort und jedes Lied auswendig", sagte der 63-Jährige der Lokalzeitung. "Ich wollte immer im Haus der Trapps leben." Entsprechend will er gleich nach seine Ankunft in Österreich nach Salzburg fahren, "um zu schauen, ob das Haus der Trapps zu mieten ist". Danach wolle er "lernen, Dinge wie Schnitzel und Sachertorte zu lieben".

Der österreichische Botschafter in Washington, Wolfgang Waldner, sagte der Tageszeitung "Presse" am Montag, dass ihm der Name Park genannt worden sei. "Ich hatte noch keinen Kontakt, werde mich aber diese Woche mit ihm in Verbindung setzen", sagte Waldner. Park will dagegen schon eine Einladung Waldners erhalten haben. "Der österreichische Botschafter in Washington hat gesagt, dass er mit mir essen gehen will", sagte Park der "Palm Beach Daily News". "Sie sehen: Ich arbeite schon!"

Wien wohl bis zum Sommer ohne neuen US-Botschafter
Die bisherige US-Botschafterin Alexa Wesner hatte wie alle anderen Missionschefs auf Geheiß Trumps pünktlich zu dessen Amtsantritt am 20. Jänner ihren Posten verlassen müssen. Ihr Nachfolger dürfte aber kaum vor dem Sommer nach Wien kommen, muss er doch erst offiziell nominiert werden und dann noch ein Hearing im US-Senat bestehen. Die Sprecherin der US-Botschaft in Wien, Alice Burton, sagte der APA auf Anfrage, dass der künftige US-Botschafter in Wien noch nicht nominiert sei.

US-Präsidenten belohnen traditionell bedeutende Wahlkampfunterstützer mit Botschafterposten. Wesner war eine eifrige Spendensammlerin für den Demokraten Barack Obama. Park scheint im Register der US-Wahlkommission nur als Spender für den Trump-Mitstreiter Rudy Giuliani und den republikanischen Kongressabgeordneten Mark Foley auf. Allerdings könnte der reiche Industriellenerbe über ein "Super-PAC" gespendet haben - das sind Wahlkampforganisationen, die ihre Financiers nicht offenlegen müssen.

Vermögen von Vater geerbt
Parks Vermögen war von seinem Vater Raymond erwirtschaftet worden, der seine Karriere als Holzhändler im US-Bundesstaat Oregon begonnen hatte, schreibt die "Presse". Später habe dieser Immobilienprojekte entwickelt und sei im Maschinenbau- und Fahrzeugzuliefermarkt tätig gewesen. Patrick Park lebe seit 1998 in Palm Beach in Florida, wo er vor allem als Organisator von Wohltätigkeitsveranstaltungen aktiv sei. So richtet er jährlich den Benefizball des amerikanischen Roten Kreuzes aus, der in Trumps Anwesen Mar-a-Lago stattfindet.

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