Do, 18. Jänner 2018

Dutzende entführt

23.10.2006 08:58

Mindestens 13 Polizei- Rekruten im Irak getötet

Bei einem Überfall auf zwei Busse sind am Sonntag in der Nähe der irakischen Stadt Bakuba mindestens 13 Polizeirekruten getötet worden. Wie der US-Nachrichtensender CNN weiter berichtete, wurden 25 Polizeischüler verletzt. Dutzende seien von Aufständischen entführt worden.

Die wenigstens 80 Polizeirekruten, die alle der Glaubensrichtung der Schiiten angehörten, waren auf dem Weg nach Bagdad, um das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan zu feiern. Bakuba liegt etwa 65 Kilometer nördlich von Bagdad. Bei mehreren Angriffen von Aufständischen starben am Sonntag in oder in der Nähe von Bagdad mindestens sieben Menschen.

Unterdessen teilten die US-Streitkräfte mit, dass bisher im Oktober im Irak bereits 83 amerikanischer Soldaten gefallen seien. Der Oktober sei damit der Monat mit der höchsten Gefallenenzahl in diesem Jahr. Insgesamt sind nach US-Medienberichten im Irak 2795 amerikanische Soldaten ums Leben gekommen.

USA wollen Ziele im Irak mit Strafen durchsetzen
Angesichts des andauernden Blutvergießens wollen die USA nach einem Zeitungsbericht ihren Kurs ändern und die Regierung in Bagdad künftig auf die Erfüllung von Vorgaben verpflichten. Dazu zähle unter anderem, der religiösen Gewalt in einer bestimmten Zeit Herr zu werden, meldete die "New York Times" am Sonntag. Sonst drohten der Regierung von Nuri Kamal al-Maliki Strafen.

US-Präsident George W. Bush räumte in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache am Samstag ein, die vergangenen Wochen seien für die amerikanischen Soldaten im Irak "schwer" gewesen. Er bekräftigte zugleich, dass die US-Regierung an ihrer Strategie im Irak festhalte, jedoch ihre Taktiken ständig anpasse.

Anschlagsserie im Irak reißt nicht ab
Unterdessen verhallten zahlreiche Appelle, dem Blutvergießen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak ein Ende zu machen. Zahlreiche Menschen wurden am Wochendende bei Anschlägen und Schießereien getötet. Der folgenschwerste Anschlag ereignete sich am Samstag auf einem Markt in Mahmudija südlich von Bagdad: Bei einem Mörserangriff kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. 50 Iraker wurden verletzt.

Kein Abzug der US-Truppen geplant
Die "New York Times" schrieb unter Berufung auf ranghohe Beamte, es sei das erste Mal, dass die US-Regierung sich mit solchen Vorgaben an die irakische Regierung wende. Bagdad sei eingeladen, den Plan noch vor Jahresende zu beschließen. "Wenn die Iraker sich nicht darauf einlassen, müssten wir (die amerikanische Strategie) im Irak überprüfen", sagte ein Pentagonbeamter der Zeitung. Es solle jedoch nicht mit einem Abzug der US-Truppen gedroht werden.

In seiner Radioansprache sagte Bush: "Unser Ziel im Irak ist klar und unverändert: Unser Ziel ist der Sieg." Der Präsident hatte sich am Samstag unter anderem mit dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey, dem Befehlshaber des Oberkommandos Mitte, General John Abizaid, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sowie dem US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, über den Kurs im Irak beraten. Bush steht vor den Kongresswahlen am 7. November besonders wegen des Krieges im Irak innenpolitisch unter immer stärkerem Druck.

Symbolbild

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