Do, 23. November 2017

„Aufatmen!“

12.02.2017 14:26

Weltkriegsbombe in Thessaloniki ist entschärft

In Griechenland hat die Entdeckung einer nicht explodierten Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg Aufregung und eine gewaltige Evakuierungsaktion ausgelöst. Mehr als 70.000 Menschen mussten am Wochenende stundenlang ihre Häuser und Wohnungen in dicht bewohnten Stadtteilen im Westen der Hafenstadt Thessaloniki verlassen. Es war die größte Evakuierungsaktion des Landes in Friedenszeiten. "Aufatmen! Der Zünder der Bombe ist entfernt", vermeldete ein Sprecher der Polizei am Sonntag schließlich die erfolgreiche Entschärfung.

Eine Sondereinheit des Heeres hatte die schwierige Aktion am Sonntag um die Mittagszeit beendet. Die Einwohner sollten am späten Nachmittag in ihre Häuser zurückkehren, die entschärfte Bombe musste nämlich durch dicht bewohntes Gebiet in ein sicheres Lager außerhalb der Stadt zur endgültigen Neutralisierung gebracht werden.

Bombe lag neben Tankstelle in dicht besiedeltem Gebiet
Viel ungünstiger hätte die 153-Kilogramm-Sprengstoffbombe nicht fallen können: Sie lag in etwa fünf Metern Tiefe, neben einer Tankstelle, rundum Hunderte Hochhäuser mit Tausenden Wohnungen, in gefährlicher Nähe Treibstoffdepots und ein Güter- und Rangierbahnhof der Eisenbahn. Die Bombe war bei Bauarbeiten entdeckt worden.

In den betroffenen Stadtteilen herrschte während der Entschärfungsaktion eine gespenstische Atmosphäre. Die an den Abenden sonst überfüllten Cafés und Tavernen blieben geschlossen. "Hier und da ein streunender Hund", berichteten Reporter, die in der Gefahrenzone geblieben waren.

Griechen reagierten gelassen
Es war "die größte Evakuierungsaktion in Friedenszeiten in der Geschichte des Landes", wie der Regionalgouverneur erklärte. Die Griechen reagierten gelassen: Reporter vor Ort sagten im Fernsehen, sie schätzten, dass rund 30 Prozent der Menschen, die ihre Häuser verlassen sollten, geblieben seien. "Falls einige Einwohner bleiben sollten, werden sie dies auf eigene Gefahr tun", so Gouverneur Apostolos Tzitzikostas. Griechische Medien berichteten, viele Menschen hätten sich geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen.

Woher stammte die Bombe?
In Griechenland hatte es während des Zweiten Weltkriegs keine flächendeckenden Bombardements von Städten gegeben. Historiker von Thessaloniki erinnerten jedoch an ein Bombardement des Hafens Ende 1943 durch die Briten. Thessaloniki war damals von Adolf Hitlers Wehrmacht besetzt und der Hafen wichtig für militärischen Nachschub.

Wegen schlechter Sicht seien damals mehrere Bomben statt auf die Hafenanlagen auf bewohntes Gebiet abgeworfen worden. Rund 500 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, sagten Historiker und Augenzeugen. Andere Augenzeugen erinnerten sich an ein Bombardement der Alliierten im September 1944.

 krone.at
Redaktion
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