Mi, 13. Dezember 2017

Bundesliga-Schlager

12.02.2017 08:05

Austria gegen Rapid als "Derby der Wahrheit"

Grün-Weiß will im Frühjahr den Karren aus dem Dreck ziehen, untermalte die Mission (im)possible mit einem Bild. Die Austria erhielt am Samstag noch beim Abschlusstraining in Steinbrunn einen feurigen Motivationsschub, heizten Fans Holzhauser und Co. mit Bengalen ein.

Denn alle wissen: Der 320. Wiener Klassiker ist mehr als nur ein Spiel. Noch brisanter als üblich. Es ist der Tag der Wahrheit. Vor allem für Rapid ist der Druck enorm: "Die Austria kann auf einen Schlag unsere Hoffnung zerstören", weiß Sportdirektor Fredy Bickel. Nachsatz: "Einfach nur auf den Cup zu setzen ist schwierig." Vor allem wenn man im Pokal seit 1995 stets für Fettnäpfchen gut war, nie den Titel holte.

Europa in Gefahr
Aber bei 13 Punkten Rückstand auf die Austria hätte sich das Thema internationales Geschäft über die Liga endgültig erledigt. Letztmals war Rapid 2010/11 nicht im Europacup. Damals riss man ein Minus von drei Millionen Euro auf. In Hütteldorf jetzt kein Thema. Die Schwarze Null soll auch nur über dem nationalen Wettbewerb stehen. Abwarten.

Blick nach oben
Europa ist bei der Austria natürlich auch ein großes Thema. Daher heißt die Derby-Devise: "Sieg, um oben dranzubleiben!" Die Top Drei sind das erklärte Ziel, keiner blickt nach unten, sprich auf Rapid. Vorteil Violett: Man ist viel näher oben dran, nicht völlig vom Derby abhängig.

Die Kampfansage
Trainer Damir Canadi rechnet anders: "Die Austria kommt auch noch zu uns. Daheim müssen wir eine Macht werden. Gewinnen wir beide Derbys, sind es nur noch vier Punkte auf Austria." Eine Kampfansage.

Keine Ausreden mehr
Für den 46-Jährigen ist am Sonntag der Tag X. Im Herbst stellte er Rapids System im Blitztempo auf ein 3-5-2 um. Er improvisierte aus der Not, jetzt hatte Canadi erstmals ein paar Wochen Zeit, um zu trainieren, nun soll(te) man seine Handschrift erkennen. Gibt es trotz vieler Ausfälle keine Ausreden mehr. Rapid ist nicht Altach. "Der Druck ist uns bewusst", so Canadi. "Es ist eine Frage der Qualität, dem standzuhalten."

Gegen Heimfluch
Die Austria will am Sonntag der Statistik ein Schnäppchen schlagen: In den letzten sechs Derbys gab es nur einen Heimsieg (1:0 für Rapid am 17. April 2016), fünfmal siegten die Gäste. Rapid hat die letzten drei Auswärtsderbys gegen die Austria jeweils mit drei Toren Differenz gewonnen (5:2, 3:0, 4:1).

Violette Torgarantie
Die Austria traf diese Saison als einzige Mannschaft in jedem Spiel gab’s noch nie zuvor in der Klubgeschichte. Sollte Derbytore garantieren, bei Rapid wartet man auf den 600. Treffer gegen den Erzrivalen.

Die Zukunft
Insgeheim hofft bei Grün-Weiß jeder, mit einem Sieg einen Lauf zu starten. "In einen Flow kommen", ist derzeit die häufigste Phrase. Bickel: "Wir stehen in der Schuld. Blicken jetzt aber nur nach vorne." Austria-Trainer Thorsten Fink sieht’s lockerer: "Mit einem Derbysieg wäre für uns noch nicht alles gewonnen, im Falle einer Niederlage noch nicht alles verloren."

Rainer Bortenschlager/Peter Klöbl, Kronen Zeitung

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