Fr, 15. Dezember 2017

Held von Mailand

11.02.2017 10:38

Tötete Anis Amri: Polizist schockt mit Hitlergruß

Nachdem er den Attentäter von Berlin, den Tunesier Anis Amri, Ende Dezember in Mailand erschossen hatte, wurde Luca Scata als Held gefeiert. Doch nun liegt ein dunkler, besser gesagt ein brauner, Schatten über dem jungen Polizisten: Auf Instagram ist ein Foto aufgetaucht, das den 29-jährigen Italiener mit Hitlergruß zeigt. Ob seine Nazi-Verherrlichung ein gerichtliches Nachspiel hat, steht noch nicht fest. Seinen Heldenstatus ist er aber auf alle Fälle los.

Wie mehrere italienische Medien berichteten, soll Scata sein Bild mit dem Hitlergruß im Vorjahr am 25. April, also am Jahrestag der Befreiung Italiens vom Faschismus, gepostet haben - zusätzlich zu einer Todesanzeige des italienischen Faschistenführers Benito Mussolini. Darunter soll er geschrieben haben: "Nicht alle haben Verrat begangen. Viele entschieden sich, der Fahne treu zu bleiben und das Leben für sie zu geben. Ich gehöre zu diesem Italien, zu diesen Italienern, die keinen Verrat begangen haben und die sich nicht ergeben haben."

Deutschland wollte Polizist für Amri-Erschießung ehren
Scata stammt aus dem sizilianischen Catania und ist erst seit dem Vorjahr bei der Polizei. In Deutschland, wo man Scata bis dato wegen der Erschießung von Anis Amri besonders dankbar war, wurde laut "Bild" sogar über die Verleihung eines Ordens nachgedacht. Diese Idee wurde nach dem Auftauchen des Fotos wieder verworfen.

Ins Visier italienischer Medien ist übrigens auch sein Kollege Christian Movio (26) geraten. Laut Berichten soll er sich auf Facebook über eine Colaflasche mit der Aufschrift "Adolf" gefreut haben und darunter ein Bild von Adolf Hitler mit dem Satz "Thanks Bro" gepostet haben. Auch er hat sein Profil mittlerweile gelöscht.

Faschistische Symbole in Italien verboten
In Italien sind faschistische Symbole (Hakenkreuz, römischer Gruß etc.) verboten, die Straftat heißt "Verherrlichung des Faschismus". Der Nationalsozialismus wird dem Faschismus gleichgesetzt, solche Symbole sind also auch verboten. Allerdings wird das nicht wirklich konsequent verfolgt. Auf Flohmärkten sieht man nicht selten Mussolini-Anstecker und Ähnliches. Fußballfans, die in Italien oft gewalttätig sind, benutzten manchmal auch bestimmte verbotenen Fahnen mit faschistischen Schriftzügen.

Die zwei italienischen Polizisten waren Ende Dezember als große Helden gefeiert worden. Sie waren routinemäßig auf Streife in Mailand unterwegs, als ihnen ein Mann bei der Piazza Maggio a Sesto San Giovanni auffiel. Als sie seine Papiere verlangten, zückte er eine Pistole und schoss Movio in die Schulter. Scata erwiderte das Feuer und erschoss den Mann - dann stellte sich heraus, dass es sich beim Getöteten um den Berlin-Attentäter Anis Amri handelte. Die zwei Polizisten wurden mit Glückwünschen überhäuft.

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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