So, 17. Dezember 2017

Glamour und Skandale

19.02.2017 08:26

Ohne Lugner wäre der Opernball nur halb so schön

Am 23. Februar wird in der Staatsoper wieder gewalzt und gefeiert. Und seien wir ehrlich: Der Wiener Opernball wäre nur halb so schön ohne Baumeister Richard Lugner. Seit Jahrzehnten versucht er sich mit mehr oder weniger prominenten Persönlichkeiten im Blitzlichtgewitter in Szene zu setzen.

2017 hat der Wiener Unternehmer mit US-Schauspielerin Goldie Hawn vielleicht den zu ihrem Namen passenden goldenen Griff getan. Denn für Zicken ist die 71-Jährige nicht bekannt. Zwar will sie Wien und Lugner nach dem Ball der Bälle so schnell wie möglich wieder verlassen, aber ansonsten dürfte der ebenfalls schon etwas in die Jahre gekommene Baumeister dieses Mal auf ein eher gemütliches Zugpferd gesetzt haben, das Yoga geeicht in der Staatsoper hoffentlich nicht gleich die Panik gerät, wenn sie im Blitzlichtgewichter von ihrem Gastgeber die Feststiege hinaufgeschubst wird.

Schon vor einem Jahr hatte der 84-Jährige mit Brooke Shields einen eher ruhigen Gast in der Loge. Für Aufregung sorgte da mehr seine nunmehrige Ex-Gattin Cathy, die ihm damals in einer goldenen Robe von Harald Glööckler vor seinen Gästen eine Szene machte.

Lugner selbst hat Sophia Loren zu seinem Lieblingsgast erkoren. Pamela Anderson, Kim Kardashian oder Paris Hilton konnten bei ihm eher kein Leiberl gewinnen - Gast Elisabetta Canalis hingegen schon. Der entschlüpfte im Vorjahr beim Tänzchen mit dem Society-Zampano eine Brust und sorgte so für den wohl schönsten Nippelblitzer aller Opernball-Zeiten.

Als skandalös empfand so mancher die Einladung von Berlusconi-Callgirl Ruby Rubacuori im Jahr 2011.

Den Höhepunkt der Chronique scandaleuse kann die Sängerin Grace Jones für sich beanspruchen, die 1996 hinter einem Vorhang in der Loge Lugners ihre fleischliche Lust mit einem jungen Liebhaber stillte. "Das war akustisch klar wahrnehmbar", bestätigte der Baumeister.

Der Premierengast war 1992 der "sehr problemlose" Harry Belafonte. "Damals fast ohne mediale Aufmerksamkeit", sagte Lugner. Mit Joan Collins im Jahr 1993 wurde alles anders. "Sie war sehr professionell - und eiskalt", erinnerte sich Lugner.

1994 kam Ivana Trump.

Sophia Loren im Jahr 1995 war Lugners dezidierter Lieblingsgast.

"Sie war halt eine echte Dame", schwärmte der Society-Löwe. Bleibenden Eindruck hinterließ auch ihr "riesiges Dekolleté" (Lugner). Besonders, als ihr in der Loge des Bundespräsidenten jemand auf das Kleid stieg und der Inhalt desselben in seiner ganzen Pracht fast herausgesprungen wäre. "Da war sie schon angefressen."

In die internationalen Schlagzeilen gelangte Lugner 1997 mit Sarah "Förtschi" Ferguson, der Herzogin von York. Nach der Bildung der FPÖ-ÖVP-Regierung im Jahr 2000 liefen dem Baumeister die potenziellen "Ballspenden" gleich in Scharen davon.

Claudia Cardinale wollte plötzlich ebenso wenig an seiner Seite die Veranstaltung besuchen wie Catherine Deneuve. "Ich hatte zeitweise Angst, ganz ohne Gast dazustehen", sagte Lugner. Zu guter Letzt hatte der Baumeister aber dann gleich zwei Gäste. Jacqueline Bisset entschloss sich, nachdem sie mehrmals auf dem Weg zum Flughafen wieder umgedreht hatte, doch noch dazu, nach Wien zu fliegen. Und Nadja Abd el Farrag hatte von Anfang an wenig Zicken gemacht.

Anderson und Hilton sorgten für Tumulte
Die größten Coups des Baumeisters waren aber zweifellos Pamela Anderson (2003) und Paris Hilton (2007).

Anderson, die mit ihrem damaligen Freund Kid Rock in die Oper gekommen war, gab sich zwar sehr zahm, einen Rüffel von der damaligen Organisatorin Elisabeth Gürtler setzte es dennoch.

Paris Hilton konnte sich trotz Bodyguards keinen einzigen Schritt in der Oper bewegen, ohne dass sich zahlreiche Kamerateams und Fotografen ohne Rücksicht auf Verluste auf sie stürzten. "Oh mein Gott, sie wollen uns töten", stöhnte Hilton-Mutter Kathy.

Ebenfalls einmal bei Lugner samt Entourage zu Gast waren in den vergangenen Jahren eine durchaus desperate Nicolette Sheridan, Ex-Spice-Girl Geri Halliwell, Andersons "Baywatch"-Kollegin Carmen Electra, Burlesque-Star Dita Von Teese und Hollywood-Star Andie MacDowell.

"Albtraum" Opernball
Lindsay Lohan hätte auch einmal kommen sollen. Tat sie aber nicht. Nachdem die skandalträchtige US-Schauspielerin letztlich ihren Besuch platzen ließ, sprang kurzfristig Dieter Bohlen ein. Das Pech in der Stargastsuche nahm auch danach kein Ende. Bo Derek war angekündigt, wurde aber kurzfristig durch "Ruby Rubacuore" Karima el-Mahroug ersetzt, da Derek angeblich zu viel Gage verlangt hatte.

Doch nicht nur für Lugner geriet der Ball der Bälle durch Absagen zum "Albtraum", auch seinen Gästen ward so manches Mal ganz anders. Besonders Kim Kardashian soll sich lange nicht von ihrem Engagement erholt haben. Ihre Erlebnisse verarbeitete sie in ihrer TV-Show "Keeping Up with the Kardashians".

"Ein echter Albtraum, es war so rassistisch", erklärte sie dort. Besonders geschockt hatte Kardashian offenbar der Auftritt von Oliver Pocher, der mit einem schwarz angemalten Gesicht wohl den Ehemann des It-Girls, Star-Rapper Kanye-West, parodieren wollte. In den USA gilt dieses sogenannte Blackfacing als rassistischer Affront. Bis zum Opernball habe Kardashian die Klagen ihres Ehemanns über den allgegenwärtigen Rassismus nicht geglaubt, "doch es selbst zu erleben, hat mir wirklich die Augen geöffnet".

Ein Highlight ist alljährlich auch Lugners Grant beim Opernball. Denn schief geht immer etwas. Hier ein typisches Videobeispiel:

Pamela Fidler-Stolz
Redakteurin
Pamela Fidler-Stolz
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden