Di, 21. November 2017

Bewaffnet versammelt

04.02.2017 18:49

Massenfestnahme von Flüchtlingen in Wien

Großalarm am Freitag im Wiener Bezirk Floridsdorf: Ein Gruppe von Migranten hatte sich versammelt, Zeugen alarmierten daraufhin die Polizei. Vor Ort entdeckte die Exekutive eine Maschinenpistole, zwei Pistolen samt Munition sowie ein Messer. Die Verdächtigen hatten die Waffen zuvor im Schnee versteckt. 22 Männer, allesamt Flüchtlinge aus Tschetschenien, wurden festgenommen, gegen sie wird wegen einer staatsfeindlichen Verbindung ermittelt.

Gegen 20.45 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei, weil sie eine Gruppe von etwa 30 Männern am Donauinselplatz bemerkt hatten und ihnen das verdächtig vorkam. Als Erstes waren zwei Polizistinnen vor Ort. "Als die Kolleginnen am Einsatzort eintrafen, teilte sich sofort die Gruppe auf. Vier bis fünf Männer sprachen die Polizistinnen direkt an und erzählten, dass sie nur spazieren bzw. auf einer Hochzeit waren", berichtete Polizeisprecher Thomas Keiblinger gegenüber krone.at. "Sie taten das vermutlich, um Zeit zu schinden."

Maschinenpistole samt Munition entdeckt
In der Zwischenzeit trafen noch zwei weitere Polizeistreifen, sowie die WEGA samt Diensthundestaffel ein. Die Beamten sahen sich um und entdeckten dabei die Maschinenpistole sowie die Pistole im Schnee. Später wurden noch eine zweite Pistole sowie ein Messer sichergestellt.

Alle 22 vor Ort befindlichen Tschetschenen im Alter von 25 bis 47 Jahren wurden festgenommen. Bei ihnen handelt es sich um 16 Asylberechtigte, vier Asylwerber und zwei Männer mit einem negativen Bescheid. "Sie befinden sich in Gewahrsam und werden einvernommen", so Keiblinger.

Streit um tschetschenischen Präsidenten
Wie das Innenministerium am Samstagnachmittag bekannt gab, dürfte es sich um keinen terroristischen, sondern einen kriminellen Hintergrund handeln: Demnach dürfte es um Banderivalität unter Tschetschenen gegeangen sein. Laut Informationender "Krone" ging es dabei um einen Streit um den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Achmatowitsch Kadyrow.

Innenminister Wolfgang Sobotka dazu: "Es kann nicht sein, dass Asylwerber und Asylberechtigte, die hier in Österreich Schutz suchen und auch bekommen haben, das Gastrecht missbrauchen und zur Gefahr für die Bevölkerung werden."

Sobotka ist stolz und will härter gegen Kriminelle vorgehen
Sobotka zeigte sich über die Mithilfe der Bevölkerung erfreut, die den entscheidenden Hinweis für den Zugriff lieferte. "Ich bin wirklich stolz auf die Bürgerinnen und Bürger, die unserem Aufruf 'Wir brauchen eine Gesellschaft vom Wegsehen zum Hinsehen' gefolgt sind", erklärte Sobotka, der allen Beteiligten für ihr Engagement dankte.

Der Innenminister will künftig noch schärfer gegen kriminelle Asylwerber vorgehen. "Wir müssen alles daran setzen, dass das Asylrecht nicht von Kriminellen missbraucht wird und dass bei abgelehnten Asylanträgen die Außerlandesbringung noch effizienter funktioniert." Er will deshalb die im Rahmen des neuen SPÖ-ÖVP-Regierungsabkommens paktierte sogenannte Ausreiseanhaltung "umgehend umsetzen". Ausreisepflichtige sollen dabei unter anderem unter Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit in Rückkehrzentren untergebracht bzw. festgehalten werden.

Charlotte Sequard-Base
Redakteurin
Charlotte Sequard-Base
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