Mi, 13. Dezember 2017

Einweisung

01.02.2017 13:46

Mann hielt sich für Gott - Frau ihr Kind entrissen

Er hielt sich für einen Sohn des griechischen Göttervaters Zeus und entriss einer Frau dann auch noch deren Kind. Ein 30-Jähriger - er leidet an Schizophrenie - musste sich deshalb am Mittwoch in Wien vor Gericht verantworten. Nach einer Therapie sowie aufgrund entsprechender Medikation wirkte der Mann bei der Verhandlung gesund. Das Urteil - Einweisung in eine Anstalt - wurde ihm bedingt nachgesehen. Die Weisung ist noch nicht rechtskräftig.

Der Vorfall hatte sich am 3. November des Vorjahres abgespielt, Schauplatz der dramatischen Szenen war der Bereich vor einer Wiener McDonald's-Filiale. In Gebärdensprache schilderte die Mutter des Kindes der Richterin sichtlich aufgewühlt, was damals geschehen war.

"Der wollte meine Tochter!"
Sie war mit ihrer etwa zweieineinhalb Jahre alten Tochter unterwegs, als ihr der völlig Fremde von hinten auf den Arm schlug und das Mädchen nahm. Die Frau hielt ihn auf, woraufhin es zu einem Gerangel um die Kleine kam. "Der wollte meine Tochter! Ich habe ihn als schwer aggressiv wahrgenommen, der hat ordentlich zugepackt! Ich habe fast geweint, ich war mit den Nerven fertig", so die Schilderungen.

Zeuge mischte sich ein
Ein Zeuge berichtete, dass er zuerst an eine Familienangelegenheit dachte, in die man sich nicht einmischt. "Aber dann hat die Mutter angefangen sich zu wehren und sie hat sich zu uns gewandt und - soweit sie es eben konnte - 'Help' geschrien." Er sprach den 30-Jährigen daraufhin in mehreren Sprachen an, zunächst ohne eine Reaktion. "Dann habe ich ihn eben auf Farsi gefragt, ob er Iraner ist." Er habe darauf geantwortet, dass er Gott sei, dass das sein Kind sei, dass es zu ihm gehöre.

"Ich habe 'nein, nein, nein' gesagt und dem Zeugen meinen Ausweis gezeigt. Der hat gefühlt, dass da was falsch läuft", berichtete die Mutter weiter. Der Helfer nahm daraufhin dem Beschuldigten das Kind ab und gab es der Frau zurück. Bis zum Eintreffen der Polizei hielt er den Mann fest. Gegenüber den Beamten wiederholte der Verdächtige seinen Glauben an eine göttliche Abstammung: "Ich bin der Sohn von Zeus", sagte er.

"Habe eine Therapie gemacht"
Auf die Frage der Richterin, ob er das noch immer glaubt, antwortete der 30-Jährige am Mittwoch: "Nein, ich habe eine Therapie gemacht." Auch das Gutachten des Sachverständigen fiel durchwegs positiv für den Perser aus. Aufgrund dieser guten Prognose setzte der Schöffensenat die Einweisung für fünf Jahre aus, verband diese Nachsicht aber mit zahlreichen Auflagen.

So muss die Behandlung fortgesetzt werden, und die Einnahme der Medikamente wird ebenso durch Blut- und Harnproben überprüft wie ein aufrechtes Alkohol- und Drogenverbot. Der 30-Jährige erbat drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, weshalb das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

 krone.at
Redaktion
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