Fr, 24. November 2017

Mieten „explodiert“

01.02.2017 07:32

Volksanwältin greift jetzt Land Salzburg an

Miet-Erhöhung um bis zu 1100 Prozent: "Donnerwetter" dürften sich Pächter von Ufergrundstücken am Wallersee, Mattsee und Obertrumer See gedacht haben. Neue Mietverträge wurden ihnen vom Land vorgelegt - sogar für Flächen unter Wasser soll gezahlt werden. Die Volksanwältin kritisiert, das Land verteidigt sich aber.

Für Seen-Liebhaber, die zeitig ein Platzerl an einem der Flachgauer Seen ergattert haben, war das Schreiben vom Land eine Überraschung, schildert Volksanwältin Gertrude Brinek. Ein neuer Mietvertrag mit satter Erhöhung und neuem Berechnungssystem. Zwölf Pächter riefen bei ihr an: "Es geht um die Frage der Mietzinsberechnung. Keiner der Mieter wäre gegen eine maßvolle Erhöhung gewesen. Aber das neue Tarifsystem ist  nicht nachvollziehbar."

Beispiele: Ein Grundstücksbesitzer am Wallersee muss jetzt 10.000 Euro zahlen, zuvor waren es 900. Eine andere Anrainerin und ihre Eltern anstelle von 416 nun 4630 Euro. Laut der Volksanwaltschaft müssen die Mieter teils sogar für Flächen, die unter Wasser liegen, blechen. Und es wird nun zwischen bebauter und unbebauter Fläche unterschieden - ergo: Einige zahlen extra Miete für die Behausung, die sie selbst hingestellt haben. Übrigens: Trotz Miete gibt es kein alleiniges Nutzungsrecht, da die Seen Landeseigentum und so für jedermann nutzbar sind.

Stöckl sieht es anders
Die Volksanwältin schickte dem Land eine Empfehlung, acht Wochen hat das Land Zeit zu reagieren. Gegenüber der "Krone" sagt Landesvize Christian Stöckl (ÖVP), dass dies bereits gemacht wurde. Warum dann plötzlich die Kritik? Stöckl: "Weil ich nicht der Meinung der Volksanwältin bin." Laut ihm haben "über 90 Prozent der Pächter den neuen Vertrag unterschrieben" und sollen damit einverstanden sein. Es geht um 600 Verträge. "Da gibt es ein paar wenige, die glauben, den Preis diktieren zu können. Da will und kann ich nicht nachgeben", schlägt Stöckl auf den Tisch. Er betont, dass die Mietpreise noch immer "unter dem marktüblichen Niveau" seien. Die Berechnung erfolgte transparent und nachvollziehbar. Und bei den Unter-Wasser-Flächen habe man nachgebessert: "Da gibt es für Betroffene einen Preisnachlass von 15 Prozent."

ANTONIO LOVRIC, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden