Mi, 22. November 2017

Viele Insolvenzen

01.02.2017 07:22

Management-Fehler und Preisdruck führen in Pleite

Mehr Firmenpleiten, dafür weniger Privatkonkurse - so lässt sich knapp die Salzburger Insolvenzstatistik für das Jahr 2016 laut Creditreformverband zusammen fassen. Auffallend: Bei der Rate - also bei der Anzahl der Betriebskonkurse je 1000 Unternehmen - schneidet Salzburg schlecht ab, hat hinter Wien die zweithöchste.

Das Ticketbüro Polzer, die Aluminium Lend GmbH, die Business-School in St. Gilgen oder der Erotikhändler Secret Factory in Bergheim mit 130 Mitarbeitern - nur einige Beispiele von Insolvenzanträgen in Salzburg im Vorjahr. Die Bilanz des Creditreform-Verbands zeigt: In Salzburg hat die Zahl der Firmenpleiten im vergangenen Jahr zugenommen. 429 gelistete Konkurse bedeuten um 40 Fälle mehr als  im Jahr 2015 (+10,3 Prozent).

Mit 12,5 Pleiten auf je 1000 Unternehmen ist auch die so genannte "Insolvenzbetroffenheit" im Österreichvergleich hoch. Das heißt: Salzburg ist ein wirtschaftlich schwieriger Boden für Start-Ups und Ich-AGs. "Das abgelaufene Jahr war geprägt von Klein- und Kleinstinsolvenzen aus den üblichen Branchen wie Bauwesen, Transportwesen und Gastronomie", weiß Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer. Gründe dafür sind oft Management-Fehler, Preisdruck im Wettbewerb oder mangelndes Kapital.

Immerhin: Weniger Privatkonkurse
Nur auf den ersten Blick erfreulich: Die Zahl der Privatkonkurse ist um knapp 8 Prozent auf 419 Fälle gesunken. Weinhofer: "Weniger gab es zuletzt 2007!" Die Gründe: Scheidung, gescheiterte Selbstständigkeit oder Verlust des Arbeitsplatzes. Gerade letzterer erschwert Betroffenen oft einen Neustart durch eine Entschuldung mittels Zahlungsplan.

MAX GRILL, Kronen Zeitung

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