Di, 21. November 2017

Gute Noten

31.01.2017 10:38

E-Busse in Wien

Ist der E-Bus ohne Oberleitung noch Zukunftsmusik oder schon alltagstauglich? Eine Delegation rund um Salzburg AG-Aufsichtsrat Christian Struber ging in Wien auf die Suche nach dem Obus der Zukunft. Zwölf Mini-E-Busse sind dort im Einsatz.

Peter Wiesinger von den Wiener Linien kann nicht klagen: "Wir haben die besten Erfahrungen." Seit vier Jahren sind die kleinen Elektrobusse mit 41 Plätzen schon in der inneren Stadt im Einsatz. Sie verkehren auf zwei Linien. "Kinderkrankheiten" konnten beseitigt werden: "Wir hatten ein Problem mit der Heizung", erklärt Techniker Johann Hauswirth beim Lokalaugenschein. Eine Standheizung würde zu viel Energie kosten, eingebaut ist ein Tauchsieder-Prinzip.

Salzburger Delegation auf Suche nach Zukunftsmodell

Und der Minibus fährt weiter zur Endhaltestelle. Der Bügel fährt aus. Das Aufladen funktioniert über die Oberleitung. Rund 100 Kilometer können die Fahrzeuge mit einer Ladung fahren. Und die Wiener Linien wollen schon bald größere 12 Meter-E-Busse einsetzen.Firma Albus plant TestbetriebAlbus plant in Salzburg einen Testbetrieb mit E-Bussen. Gespräche laufen. "Wir können uns die Strecke auf den Gaisberg gut vorstellen", so Ludwig Richard von der Richard-Gruppe, die 51 Prozent-Eigentümer bei Albus ist. Angebote liegen ihm schon vor. Der chinesische Anbieter BYD drängt auf den Markt.

Die Öffi-Vorbilder: Schweiz startet interessanten Versuch

Landesrat Hans Mayr unterstützt neue Ideen und vermisst bei der Salzburg AG Reformwillen. Von der dortigen Führungsetage kam niemand mit nach Wien. Auch Bürgermeister mussten absagen.

Tenor bei allen Experten, die Konzepte in Europa beobachten: "Es bringt langfristig nichts mehr, Oberleitungen weiter auszubauen." Struber dazu: "In naher Zukunft wird es noch ein Nebeneinander von bestehenden Oberleitungen und neuen Lösungen geben."

Interessanter Versuch in Zürich: Der Swiss-Trolley kann bis zu 30 Kilometer ohne Oberleitung ins Umland fahren.

SABINE SALZMANN

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