Mi, 22. November 2017

Blutbad in Moschee

31.01.2017 08:27

Quebec-Mörder „ist ein rechter Ultra-Nationalist“

Einen Tag nach dem schrecklichen Massaker in einer Moschee im kanadischen Quebec kommen nun erschreckende Details über den Hauptverdächtigen Alexandre Bissonnette ans Tageslicht. Der 27-jährige Politikstudent war nicht nur als Einzelgänger bekannt, Studienkollegen bezeichneten ihn auch als "rechtsextremen Ultra-Nationalisten, der Donald Trump verehrte". Damit wird immer klarer, dass das Attentat auf die betenden Muslime tatsächlich rassistisch motiviert war.

Bissonnette wurde mittlerweile dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn wird Anklage wegen sechsfachen Mordes und fünffachen versuchten Mordes erhoben. 19 weitere Menschen wurden bei dem Attentat teils schwer verletzt. Der 27-Jährige hatte sich nach dem Blutbad etwa 20 Kilometer außerhalb der Stadt selbst der Polizei gestellt.

Weiterer Verdächtiger wieder auf freiem Fuß
Ein weiterer Verdächtiger, der nach der Attacke am Sonntagabend vorübergehend festgenommen war, wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Der aus Marokko stammende Mann wird in dem Fall nur noch als Zeuge behandelt. Ob derzeit noch nach einem weiteren Täter gefahndet wird, ist unklar. Denn Augenzeugen und Überlebende des Attentats hatten immer wieder von zwei schwarz maskierten Angreifern berichtet.

"Er tötete und tötete, es war wirklich schrecklich"
Die tödlichen Schüsse wurden aus einem Sturmgewehr abgegeben. "Es war jemand, der mit Waffen umgehen konnte", sagte ein Mann der Zeitung "Globe and Mail", der auf dem Bauch liegend im vorderen Teil der Moschee ausharrte, als der Angreifer sein Magazin leerte. "Er tötete und tötete, es war wirklich schrecklich." Wie viele andere hatte der Augenzeuge, der seinen Namen nicht nannte, geglaubt, die beschauliche Stadt in der französischsprachigen Provinz sei sicher, Kanada sei sicher. "Aber leider ist das nicht der Fall."

Was trieb den Angreifer zum Blutbad in einem muslimischen Gotteshaus? Dem TV-Sender CBC zufolge wurde ihm in einer Facebook-Gruppe, die sich für Flüchtlinge starkmacht, nachgesagt, die französische Präsidentschaftsfavoritin Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National zu unterstützen. Außerdem war er offanbar erklärter Anhänger des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der mit seinem Einreisebann gegen Muslime derzeit für weltweite Proteste sorgt.

Michaela Braune
Redakteurin
Michaela Braune
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