Do, 19. Oktober 2017

"Krone"-Interview

30.01.2017 22:40

Anna Veith: „Emotionalster Tag in meiner Karriere“

Nach Platz drei in Cortina sprach Ski-Superstar Anna Veith im "Krone"-Interview über Selbstzweifel und die nahende WM.

"Krone": Anna, du hast schon Olympia-Gold, WM-Gold und den Gesamtweltcup gewonnen. Wie emotional war dieser dritte Platz im Super-G von Cortina im Vergleich zu diesen Erfolgen?
Anna Veith: Ich denke, dass der Sonntag der emotionalste Tag in meiner Karriere war. Nach vielen Stunden voller Zweifel und Schmerzen zeigt mir dieser Erfolg, dass ich nun wieder in der richtigen Richtung unterwegs bin.

Wie groß waren diese Zweifel?
Schon sehr groß. Vor einem Jahr war ich ganz weit weg vom Skifahren. Da war nicht klar, ob es überhaupt wieder auf Wettkampfniveau gehen wird. Dass ich jetzt wieder Rennen fahren kann, ist schon ein riesiger Erfolg.

Vergangenen Freitag hattest du zudem noch Zweifel, ob du die Abfahrt überhaupt bestreiten sollst.
Ja, stimmt. Rückblickend weiß ich nun, dass jede einzelne Entscheidung in Cortina richtig war. Es war für mich sehr wichtig, die Abfahrt zu fahren. Zum einen musste ich mich überwinden, zum anderen blieb ich damit im Rhythmus.

Wie sehr bist du während dieser Leidenszeit gereift?
Ich stand vor ganz vielen neuen Hürden. Alles war eine Herausforderung, alles war anders als in den zwei Jahren, in denen ich alles gewonnen habe. Einfach nichts ist leicht gegangen. Da reift die eigene Persönlichkeit schon extrem. Aber ich hätte mir das schon gerne erspart. Es war nicht lustig.

Wie wichtig war dein Umfeld?
Mein Umfeld hat mir geholfen, meine eigenen Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Ich habe gelernt, dass es auch darauf ankommt, unabhängig von Ergebnissen das Leben zu genießen.

Wem aller gilt dein Dank?
In erster Linie meinem Mann Manuel. Wenn ich niedergeschlagen war, hat er es schon oft abbekommen. Er ist am meisten bei mir. Deswegen kann ich auch am meisten bei ihm abladen. Er war meine große Stütze. Großer Dank gilt auch meinem Trainer Meini Tatschl, meinem Physiotherapeuten Peter Meliessnig und meinem Servicemann Mike Jöchl. Sie mussten viel Geduld mit mir haben. Und ganz wichtig ist auch Dr. Christian Hoser, der mich operiert hat und bei dem ich mir immer wieder Rat geholt habe.

Wie viel Selbstvertrauen gibt dir dieser dritte Platz für die WM in St. Moritz?
Natürlich kann ich jetzt etwas gelassener in die Schweiz fahren. Aber nur weil ich auf dem Podest stehe, sind meine Probleme nicht weg. Es ist immer noch ein langer Weg bis dahin, wo ich hin will.

Matthias Mödl, Kronen Zeitung

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