Do, 19. Oktober 2017

Kritik nach Stürzen

28.01.2017 07:51

FIS verteidigt sich: „Piste war im Topzustand!“

FIS-Renndirektor Markus Waldner hat nach der harten Kritik die schweren Stürze in der Kandahar-Abfahrt in Garmisch am Freitag bedauert, sagte aber gleichzeitig, dass sie alle individuell zu betrachten und die Bedingungen hervorragend gewesen seien. Den Kramersprung, bei dem Steven Nyman zu Sturz kam, habe man am Donnerstag auf Wunsch der Athleten bereits abgetragen, weil absehbar war, dass er im Rennen bei mehr Speed zu weit gehen könnte.

"Wir sind nicht happy. Das war ein negativer Tag für unseren Sport. Es war ein super Tag, schönes Wetter, super Bedingungen, die Kandahar war im Topzustand. Es ist korrekt, dass gewisse Passagen mit dem Balken für den Riesentorlauf präpariert sind, aber das hat keinen Einfluss auf die Stürze gehabt", sagte Waldner, denn diese seien in anderen Streckenteilen passiert. Der Kramersprung werde aber für das Samstag-Rennen (12 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) nochmals weiter abgetragen.

"Die Ursachen der Stürze sind klar ganz unterschiedlicher Herkunft. Wenn man einen Sprung nicht aktiv angeht wie Steve (Nyman/Anm.), dann geht das in die Hose. Er hat einen technischen Fehler gemacht, wie man so einen Sprung interpretieren muss, und Rückenlage bekommen." Steven Nyman aus den USA erlitt eine Bandverletzung höheren Grades am Knie. Dem Sturz von Valentin Giraud Moine (FRA) ging ein Verschneider voraus, er zog sich Bänderverletzungen und Luxationen im Knie zu.

"Auf die leichte Schulter genommen"
Waldners persönlicher Meinung nach habe auch die Kitzbühel-Woche "enorm viel Energie gekostet". Es sei sehr stressig und trotz super Bedingungen eine schwierige Woche gewesen. "Generell sehe ich eine mentale Müdigkeit. Dann kommen sie hierher und haben es vielleicht ein bisserl auf die leichte Schulter genommen, weil es gestern leicht ausgeschaut hat. Die Kandahar verzeiht nichts, es ist ein schwieriger Hang. So schön wie heuer habe ich sie noch nie gesehen."

Doch es sei schneller als im Training gewesen. "Da waren ein paar überrascht und haben vielleicht in gewissen Passagen ein bisserl zu viel riskiert. Es liegt bei jedem einzelnen Läufer, wie viel Risiko er eingehen will, von der Strecke her ist nichts auszusetzen", meinte Waldner. Es handelte sich um das Ersatzrennen für die in Wengen abgesagte Abfahrt, deshalb gab es auch nur ein Training.

Jansrud: "Kramersprung über dem Limit"
Der hinter Travis Ganong (USA) zweitplatzierte Norweger Kjetil Jansrud meinte, dass man der Organisation keine Schuld geben könne. "Es waren die besten Verhältnisse seit vielen Jahren hier. Es war ein bisserl Pech dabei. Es war viel schneller als gestern. Der Kramersprung ging zu weit, da hatten alle Schwierigkeiten, er war etwas über dem Limit."

Der Tagesdritter Peter Fill bezeichnete den Kramersprung als "ein bisserl zu brutal". Es sei Rennen, alle geben mehr Gas, es sei viel schneller als im Training gewesen. "Das wird dann gefährlich." Manche hätten es vielleicht auch ein bisschen unterschätzt, "zu viel Gas gegeben und das Risiko in Kauf genommen, im Krankenhaus zu landen", meinte der Südtiroler.

krone Sport
Redaktion
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