Mi, 22. November 2017

Tierschutz-Debatte

27.01.2017 18:20

Landwirte sagen: „Katzen sind uns nicht egal“

Als "Kniefall vor der Bauernlobby" bezeichnen viele Tierschützer den Entwurf zum neuen Tierschutzgesetz. Es sieht unter anderem die Aushebelung der Kastrationspflicht für Katzen und eine Erlaubnis zum Anketten von Hunden vor. Die Landwirte wollen aber nicht die Sündenböcke sein: "Die Katzen sind uns nicht egal!"

Kein Geheimnis ist, dass die meisten Bauern die von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser geplante Aushebelung der Kastrationspflicht  begrüßen würden. Tierschützer sehen sie aber als  notwendig an, um das unkontrollierte Vermehren der Stubentiger zu verhindern: Aus einem Katzenpaar können  - wie berichtet - in fünf Jahren mehr als 12.000 Nachkommen entstehen!
Doch als Sündenböcke für das neue Gesetz mit vielen weiteren Verschlechterungen für Vierbeiner wollen die Landwirte nicht herhalten: "Wir werden in ein falsches Licht gerückt, dabei lieben Bauern alle ihre Tiere. Aber Gesetze sollen auch praxistauglich sein - und wenn ich für jede nicht kastrierte Katze hohe Zuchtgebühren zahlen muss, ist das Politik ohne Augenmaß", findet etwa Landwirt Johann Zauner aus Walding.

"Habe noch nie unkontrollierte Pflege erlebt"
Und Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisinger betont: "Es ist auch klar, dass jeder Bauer im eigenen Interesse Katzen kastrieren lassen wird. Ich kenne viele Höfe und habe noch nie irgendwo eine unkontrollierte Plage erlebt, die Katzen sind ja auch uns nicht egal."
Für Andreas Jerzö, Präsident der Tierärztekammer OÖ, ist das Gesetz ohnehin kaum umsetzbar: "Dafür haben wir viel zu wenig Amtstierärzte. Wie sollen die alle Katzen auf Kastration kontrollieren? Wichtiger ist eine Bewusstseinsbildung, damit die Leute von sich aus die Sinnhaftigkeit einsehen." Tierfreunde können übrigens auf der Parlamentswebsite unter "Begutachtungsverfahren" eine Stellungnahme zum Entwurf abgeben. Hunderte Tierliebhaber haben von diesem Recht bereits Gebrauch gemacht!

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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