Mo, 20. November 2017

„Krone“-Interview

25.01.2017 20:49

Hirscher: „Den eiskalten Killer gibt‘s nicht mehr“

Marcel Hirscher spricht im "Krone"-Interview über das nächste Brillen-Hoppala, neue Herausforderungen und die sechste große Kugel. Oben im Video sehen Sie Hirschers zweiten Durchgang beim Nightrace in Schladming!

"Krone": Marcel, dein Fazit nach 180 Punkten aus den Slalom-Highlights in Kitzbühel und Schladming?
Marcel Hirscher: Es ist wieder mehr Speed da - obwohl auf der Planai die letzten 15 Tore bescheiden waren, weil ich zu feig war, das durchzuziehen. Aber ich bin jetzt definitiv näher an Henrik dran.

Dabei fehlte dir wie im Vorjahr im ersten Lauf diesmal vor dem Finale wegen der angelaufenen Brille kurzzeitig der Durchblick
Wahnsinn, ich hab‘ kurz nur gedacht: "Wollt' ihr mich verarschen?" Vielleicht ist es passiert, weil ich mich wegen der späten Startzeit noch mehr aufwärme. Oder es liegt am Starthaus, keine Ahnung. Aber guat is gangen, nix ist gschehn.

Ist im Finale auch der Gesamtweltcup mitgefahren?
Das ist in meiner Lage so. Früher warst du einfach der eiskalte, bedingungslose Killer - den spielt es jetzt nicht mehr, heute ist es teilweise eher zum Bremsen.

Dank 13 Podestplätzen hast du 368 Punkte Vorsprung - der Weg zur sechsten großen Kugel ist frei.
Mitte Jänner sollte man da sicher noch nicht herumrechnen oder sagen, ja, das sollte reichen. Im Skifahren kann immer viel passieren.

Wird man sich nicht selber unheimlich, wenn der Ausreißer nach unten ein sechster Platz von Zagreb ist?
Ein bisschen schräg ist es - aber der Aufwand wird größer. Weil ich älter werde, aber auch, weil sich vieles dramatisch verändert. Etwa, wenn ich in Schladming den ersten mit dem über drei Sekunden schnelleren zweiten Lauf vergleiche. Diese unterschiedliche Charakteristik hat es früher nicht gegeben. Alles geht immer mehr Richtung Spezialisten.

Das Top-Wetter, die vielen Fans, die Erfolge - wie wichtig waren die letzten sechs Tage für ganz Österreich?
Für den Tourismus war es sicher unbeschreibbare Werbung. Wir alle miteinander können nur in die Hände klatschen bei solchen Bildern und Ergebnissen.

Wirst du dir Kitzbühel und Schladming auch nach der Karriere geben?
Ja, ich sehe ja bei Mario Matt oder Reini Herbst, wie sie das genießen. Das geht jetzt nicht, weil permanent Druck da ist. Ein Zuschauer lässt sich begeistern - der Fahrer soll begeistern.

Florian Gröger, Kronen Zeitung

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