Sa, 20. Jänner 2018

In den Genen

17.10.2006 16:51

Mienenspiel wird teilweise vererbt

„Schau doch nicht so bös!" Dieser wohlgemeinte Ratschlag geht vermutlich häufig ins Leere, denn das typische Mienenspiel eines Menschen scheint - zumindest teilweise - vererbt zu sein. Das ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie mit blinden Menschen und ihren Angehörigen, die Wissenschafter der Universität Haifa (Israel) durchgeführt haben.

Freude, Wut, Trauer, Ekel, Überraschung und Konzentration - solche Empfindungen drücken Menschen auch mit ihrer Mimik aus. Um zu verstehen, in welchem Verhältnis angeborene und erworbene Mimik zu einander stehen, wurde von den Wissenschaftlern eine Gruppe bestehend aus 21 blind geborenen Teilnehmer und 30 ihrer Verwandten zusammengestellt. Die 51 Freiwilligen wurden gefilmt, als sie sich an glückliche, traurige und unerfreuliche Ereignisse in ihrem Leben erinnerten, während sie sich auf Puzzles konzentrierten, eine blutrünstige Geschichte hörten oder ihnen eine unerwartete Frage gestellt wurde.

Die Sitzungen wurden analysiert, jede einzelne Veränderung wie das Heben einer Augenbraue oder ein Schürzen der Lippe notiert. Die so gewonnenen Informationen wurden von einem Computer-Programm erfasst, das die Gesichtsbewegungen mittels eines ausgeklügelten Statistikprogramms analysierte.

Laut dieser Analyse neigten die blinden Teilnehmer deutlich dazu, wütende, traurige und nachdenkliche Gesichtsausdrücke zu zeigen, die jenen ihrer Verwandten entsprachen, als jenen von Fremden. Dieses Ergebnis war insofern interessant, als sie die Gesichter ihrer Familienmitglieder nie gesehen hatten. Die Experten schließen daraus, dass die Forschungsergebnisse auf einen genetischen Einfluss hindeuten könnten. (pte)

Symbolbild

 

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