Fr, 15. Dezember 2017

200 Straftaten

19.01.2017 14:23

Einbrecherbanden zerschlagen: 42 Männer gefasst

42 Einbrecher sind dem Landeskriminalamt Wien nach monatelangen Ermittlungen ins Netz gegangen. Mit der Festnahme der Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, die teilweise in flagranti erwischt worden waren, gelang es der Polizei, gleich vier Einbrecherbanden zu zerschlagen. Mindestens 200 Straftaten in Österreich und der Schweiz sollen auf ihr Konto gehen. Die Schadenssumme beträgt mehr als 1,3 Millionen Euro.

Die Täter gingen großteils nach dem gleichen Modus Operandi vor. "Sie stiegen meist über Dachluken in Bürogebäude ein, brachen Türen - unter enormem Sachschaden - auf und öffneten vorhandene Tresore mittels Winkelschleifer", schilderte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Neben Bargeld erbeuteten die Banden auch zahlreiche elektronische Geräte. Tatorte waren unter anderem Pensionsversicherungsanstalten und Zweigstellen des AMS.

Täter extra für Coups nach Österreich gereist
Bereits Anfang Dezember 2015 war es den Ermittlern der Gruppe Urbanz gelungen, die erste Gruppierung auszuforschen und festzunehmen. Es folgten intensive Ermittlungen und zahlreiche Observationen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die Täter - hauptsächlich moldawische Staatsbürger, aber auch Bulgaren, Rumänen und Tschetschenen - waren in vier vernetzten Gruppen tätig. In Österreich ansässig waren lediglich die Tschetschenen, die anderen reisten "zum Teil per Flugzeug oder mit dem Pkw extra für die Taten ins Bundesgebiet ein", sagte Eidenberger. Das Diebesgut wurde nach den Coups immer in die jeweiligen Heimatländer verbracht.

Fahrkartenautomaten aufgeflext
Ein Teil der Männer ist bereits in Österreich, aber auch in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Belgien einschlägig amtsbekannt. Allein die Rumänen, Männer im Alter zwischen 35 und 40 Jahren, befanden sich alle bereits "zwischen zwölf und 15 Jahren in Haft", berichtete Eidenberger. Diese Gruppe hatte es auch auf Fahrkartenautomaten der Wiener Linien abgesehen. "Innerhalb kürzester Zeit hat sie elf Einbruchsdiebstähle durch Aufflexen der Automaten verübt", sagte der Polizeisprecher.

Sobotka: "Ausgezeichnete Arbeit"
36 der 42 Männer wurden auf frischer Tat ertappt. Alle Festnahmen - die bisher letzten Ende 2016 - erfolgten in Österreich, die Täter sitzen in Wien und diversen Justizanstalten in den Bundesländern in Haft. Ihnen wurden in Österreich 138 Einbruchsdiebstähle und zwei Raubüberfälle nachgewiesen. Weitere 60 Straftaten verübten sie in der Schweiz. Die Kriminalisten versuchen nun, weitere Mitglieder der Banden sowie im Ausland agierende Hintermänner auszuforschen. Innenminister Wolfgang Sobotka gratulierte den Beamten in einer Aussendung "zu dieser ausgezeichneten Arbeit".

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