So, 17. Dezember 2017

Großbrand in Teheran

19.01.2017 18:47

Einkaufszentrum eingestürzt: 20 Helfer getötet

Ein 17-stöckiges Einkaufszentrum ist nach einem Großbrand in Teheran eingestürzt und hat mindestens 20 Feuerwehrleute unter sich begraben. Die Männer seien tot, sagte Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf am Donnerstag im iranischen Staatsfernsehen. Noch seien aber keine Leichen geborgen worden, fügte ein Sprecher der Feuerwehr am Abend hinzu.

Das Staatsfernsehen zeigte live Bilder des Einsturzes (siehe Video). Die Feuerwehrmänner konnten zwar rechtzeitig alle Menschen aus dem brennenden Gebäude holen, wurden dann aber selbst von dem plötzlichen Einsturz überrascht. Zwischen 20 und 25 Feuerwehrmänner seien unter den Trümmern, sagte Bürgermeister Ghalibaf. Am späteren Abend ging man von mindestens 20 Todesopfern unter den Helfern aus. Ob einige Männer überlebten, ist noch immer unklar, einige von ihnen hätten noch über Mobiltelefon ihre Kollegen kontaktiert, hieß es.

Die Ursache für den Großbrand und den Einsturz ist noch unklar, Präsident Hassan Rouhani ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an. Die Feuerwehr glaubt, dass marode Stromleitungen und mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen den Großbrand verursacht haben. Das Feuer soll laut Augenzeugenberichten im elften Stock ausgebrochen sein. Der übliche Verkehrsstau im Stadtzentrum und die große Zahl der Schaulustigen hätten die Arbeit der Feuerwehr erschwert.

200 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Medienberichten zufolge wurden insgesamt 70 Menschen verletzt. 23 von ihnen seien mit Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen in nahe gelegene Krankenhäuser eingeliefert worden, eine Person sei in kritischem Zustand. Die Schadenshöhe könne erst in den nächsten Tagen abgeschätzt werden.

Das Einkaufsgebäude Plasco im Zentrum Teherans wurde vor mehr als 50 Jahren gebaut. Es war eines der ersten Hochhäuser und ältesten Einkaufszentren der 13-Millionen-Einwohner-Metropole. In der Nähe des Zentrums befinden sich auch die Botschaften Deutschlands und der Türkei, die beide nach dem Brand geschlossen wurden.

 krone.at
Redaktion
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