Sa, 18. November 2017

Franz und Reichelt

18.01.2017 09:16

ÖSV-Sturzopfer: „Wir lieben die Streif trotzdem“

Anreise Montagabend. Und auch Hannes Reichelt konnte den Blick nicht von der erleuchteten Hausbergkante wenden. Aber die Gedanken des 36-Jährigen kehrten nicht an jenen fatalen Samstag zurück, an dem er oben im Netz gelegen war: "Ich habe mir nur überlegt, wie die Strecke wohl heuer beinand ist. Und ob’s Wetter schön wird."

Erinnerung an Stürze sind nichts für Rennfahrer. Nie und nimmer. Das könnte ein gewaltiger Brems-Klotz sein. Derart negative Energie wird so rasch wie möglich im Container für mentalen Sondermüll entsorgt.

"Ich halte mich lieber an positive Gedanken", gesteht Reichelt, "ich denke lieber daran, dass ich auf der Streif schon gewonnen habe."

Im vergangenen Sommer war er zweimal am Hahnenkamm. Nicht nur die Natur genießen, es ging schon auch um eine Bewältigung eines Erlebnisses, das den abgebrühten Hannes länger verfolgt hatte, als ihm lieb war.

"Ob diese Wanderungen wichtig waren? Ich weiß es gar nicht so recht. Am wichtigsten war sicher, dass mir beim Sturz nicht mehr passiert ist. Eigentlich hatte ich nahezu gar nichts." Und daher hat der Crash die Liebe zu einer der schwierigsten Strecken der Welt auch in keiner Weise geschmälert.

Franz: "Beim Ortsschild hat’s zu kribbeln begonnen"
Max Franz passierte ebenfalls am Montagabend das Ortsschild "Kitzbühel" und stellte belustigt fest, dass seine Rennfahrer-Seele unter dem Vorjahrs-Erlebnis nicht gelitten hat: "Beim Ortsschild hat’s zu kribbeln begonnen. Wie sonst auch immer."

Für den Speed-King Kjetil Jansrud ist Max Franz der große Streif-Favorit:

Der böse Crash in der Traverse ist Geschichte, als Selbstfaller abgehakt: "Dieses erste Training auf der Streif im Vorjahr - das würde ich am liebsten streichen. Das war kein Skifahren von mir, einfach voll daneben."

Eine Wiederholung des "Blackouts" schließt der Gröden-Sieger aus, diesmal ist er nach Kitzbühel gekommen, um die Rechnung zu begleichen: "Im Moment geht bei mir das Skifahren recht gut. Und ich freue mich darauf, endlich hier das zu zeigen, was ich drauf habe."

Einen Sommer-Besuch auf der Streif hatte Max ausgelassen. Weil er dafür keine Notwendigkeit sah: "Ich habe schon einmal Golf auf der Strecke gespielt, das war richtig toll. Aber an sich hab ich nix gegen die Streif. Das ist eine richtig coole Strecke."

Georg Fraisl, Kronen Zeitung

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