Mo, 11. Dezember 2017

Gewaltpornos, Folter

18.01.2017 08:14

Schwere Vorwürfe gegen Eliteeinheit "Navy Seals"

Gegen die legendäre und weltbekannte US-Spezialeinheit "Navy Seals" sind schwere Vorwürfe erhoben worden. Ein Dossier der US-Website "The Intercept" soll angebliche Gräueltaten der Elitesoldaten über mehrere Jahre beweisen. Konkret handelt es sich um grausame Foltermethoden, Enthauptungen und Leichenschändungen. Laut den Recherchen sollen die meisten Verbrechen in Afghanistan begangen worden sein.

Die Eliteeinheit wird bei besonders heiklen Missionen eingesetzt - unter anderem war sie für die Tötung von Osama bin Laden im Jahr 2011 verantwortlich.

Ein Dutzend Zeugen lieferte vertrauliche Informationen
Jetzt kratzt eine Recherche von US-Journalisten am Image der "Navy Seals". In einem ausführlichen Protokoll, das unter dem Titel "Die Verbrechen des Seal Team 6" online veröffentlicht wurde, werden die weniger ehrenvollen Handlungen detailliert beschrieben. Der zuständige Reporter hätte dazu über mehrere Jahre Interviews mit rund einem Dutzend Zeugen geführt. Besonders erschreckend: Die Führungsoffiziere sollen laut den Berichten die Gräueltaten der Soldaten geduldet haben.

US-Soldaten schworen Taliban Rache
Begonnen hat alles demnach im Jahr 2004 in Afghanistan, als ein US-Leutnant mit dem Stiefel auf den Kopf eines verstorbenen Zivilisten stand. Es war dies ein Racheakt für einen verstorbenen Kollegen, der von den Taliban getötet worden war. Eine Drohne hatte damals gefilmt, wie ein Extremist dem Soldaten den Kopf abschnitt. Das Video dieser Enthauptung verbreitete sich unter den "Seals" und löste bei vielen ein Trauma aus.

Die Moral sank - und in den Camps der US-Soldaten verbreitete sich eine neue Mode: Die Mitglieder der Spezialeinheit reichten sich regelmäßig sogenannte Kriegspornos herum: Videoclips, in denen zu sehen ist, wie Feinde verbluten und sterben. Ab 2004 ebenfalls beliebt: "Canoeing" (Kanufahren). So wurde den Feinden bewusst in die Stirn geschossen, damit sich die Decke des Schädels spaltete.

Kommandant: "Kopf von Taliban-Kämpfer auf Tablett servieren"
Außerdem hätten die Seals die Leichen der Taliban nicht nur mit Hackbeilen zerstückelt, sondern sie teilweise auch gehäutet und die Haut als Trophäen behalten. Einmal soll ein Kommandant von seinen Untergebenen sogar verlangt haben, ihm den Kopf eines Taliban-Kämpfers auf einem Tablett zu servieren. Ein junger Soldat sei der Bitte nachgekommen.

Interne Unstimmigkeiten während Bin-Laden-Tötung
Auch die Tötung von Osama Bin Laden soll intern alles andere als reibungslos abgelaufen sein. Nach dem Einsatz sei zwischen zwei "Seals"-Mitgliedern ein Streit ausgebrochen, wer den Al-Kaida-Führer tatsächlich umgebracht hatte.

Beide Kämpfer schrieben ein Buch über die Tötung Osama bin Ladens. Angeblich brüllten sie sich bereits Tage vor der Aktion an und stritten über Buch- und Filmrechte. Brisant: Die beiden Soldaten waren derart heiß darauf, Bin Laden im Alleingang zu töten, dass sie sich beim Einsatz nicht mehr an ihre vereinbarte Kampfposition hielten, nur um als Erster beim Drahtzieher der 9/11-Anschläge zu sein. Der Kämpfer, der schlussendlich für den tödlichen Schuss verantwortlich gewesen sein soll, gab später offiziell an, dass er den Kopf Bin Ladens mit der "Canoeing"-Praxis gespaltet habe.

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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