Fr, 24. November 2017

Höxter-Prozess

17.01.2017 18:59

Angeklagte: „Opfer wurde Lippe aufgeschlitzt“

Im Prozess um die Misshandlungen im deutschen Horror-Haus Höxter hat die angeklagte Angelika W. (47) am Dienstag erneut geschildert, wie das Paar - Angelika W. und ihr Ex-Mann Wilfried W. - eine Frau aus Magdeburg über Monate gequält hatte. So soll der Frau gewaltsam kaltes Wasser eingeflößt worden sein, um ihr das Gefühl zu geben, zu ertrinken. Dazu soll dem Opfer mit einer scharfen Gefäßkante die Oberlippe aufgeschlitzt worden sein.

"Sie konnte sich einfach nicht an Wilfrieds Regeln zu Hygiene und Ordnung halten, machte Fehler und wurde bestraft", sagte Angelika W. am Dienstag, dem insgesamt achten Prozesstag. Das Opfer sei mit Schlägen, Tritten, Würgeattacken traktiert, wenn es sich nicht die Hände wusch, die Schweine in der falschen Reihenfolge versorgte oder den Küchentisch nicht abputzte.

Opfer wurde im Schweinestall angekettet
Ein anderes Mal wurde sie nackt im Schweinestall angekettet, obwohl sie Panik vor den Tieren hatte. Angelika W.: "Wilfried führte meist die Misshandlungen durch, ich kommandierte sie wie ein Feldwebel. Sie hatte Angst vor mir und bezeichnete mich als Kampfpanzer. Ihn nannte sie liebevoll Hase.” Bevor die Frau - das Opfer hieß Christel P. (53) nach einigen Monaten nach Magdeburg zurückkehren durfte, musste sie ein Schriftstück unterschreiben, in dem sie versicherte, dass es nie zu Gewalttätigkeiten gekommen sei. Das hatte die Angelika W. bereits an einem der ersten Prozesstage ausgesagt.

Zwei Frauen überlebten das Martyrium nicht
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten - Angelika W. und ihrem Ex-Mann Wilfried W. (46) vor, über Jahre hinweg Frauen nach Ostwestfalen gelockt und misshandelt zu haben. Zwei Frauen überlebten das Martyrium nicht, weitere Frauen entkamen. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord.

Seit Oktober 2016 dreht sich der Prozess um die Aussage der Angeklagten. Angelika W. erklärte, sie habe einen Großteil der Gewalttaten verübt, dabei aber im Sinne ihres Mannes gehandelt. Dieser habe auch sie immer wieder gequält. Wilfried W. hat bisher geschwiegen. Nach Angaben seiner Anwälte sieht er seine Ex-Frau als Haupttäterin.

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