Sa, 18. November 2017

Pröll-Nachfolge

17.01.2017 16:44

Wer wird jetzt den Thron in St. Pölten besteigen?

Jetzt nimmt der letzte "Landeskaiser", der diesen Titel noch tatsächlich verdient, seinen Hut: Österreichs längstdienender Landeshauptmann Erwin Pröll zieht sich aus der Politik zurück (Video oben). Bereits am Mittwoch könnten bei einer Sitzung des Landesparteivorstands nun die Weichen für seine Nachfolge gestellt werden. Als aussichtsreichste Kandidatin in der "Nach-Pröll-Ära" geht Ex-Ministerin Johanna Mikl-Leitner ins Rennen. Neben Agrarlandesrat Stephan Pernkopf wurde zuletzt sogar Außenminister Sebastian Kurz genannt. Innenminister Wolfgang Sobotka hatte sich hingegen selbst aus der Liste möglicher Thronfolger gestrichen.

Spätestens seit Sobotka, dem oft selbst Ambitionen auf das Amt als Landeshauptmanns nachgesagt worden waren, seine Unterstützung für ÖAAB-Kollegin Mikl-Leitner zugesagt hat, gilt die frühere Innenministerin, die im Frühjahr 2016 als Finanzlandesrätin in die niederösterreichische Landespolitik zurückgekehrt war, als Top-Kandidatin für den vakanten Posten des Landeshauptmanns.

In Sachen Volksnähe und Leutseligkeit kann Mikl-Leitner jedenfalls mit Pröll Schritt halten. Ganz im Kontrast zu ihrem harten Image als Innenministerin ist die verheiratete Mutter von zwei Töchtern, die mit einer Zwillingsschwester aufwuchs, im persönlichen Umgang ausnehmend fröhlich und zugänglich, manchen fast schon zu wenig distanziert.

Auch Bauernbund hat ein Wörtchen mitzureden
Dennoch benötigt Mikl-Leitner laut Polit-Insidern nach einer durchwachsenen ersten Tour durch die Bezirke schon noch einen "Neustart". Gegen die Ex-Ministerin spricht zudem die Tatsache, dass von den sieben niederösterreichischen Landeschefs seit 1945 nur Siegfried Ludwig ein Vertreter des Arbeitnehmerbundes war - denn auch der in Niederösterreich mächtige Bauernbund hat bei der Thronfolge ein gewaltiges Wörtchen mitzureden.

Aussichtsreichster Kandidat wäre demnach ein Bauernbündler, Agrarlandesrat Stephan Pernkopf. Doch auch Außenminister Sebastian Kurz könnte vom Bauernbund als Landeshauptmann ins Spiel gebracht werden, wurde zuletzt gemunkelt. Die Weichen werden jedenfalls bereits am Mittwoch bei einer Sitzung des Landesparteivorstands gestellt. Pröll selbst sagte am Dienstag zur Nachfolgedebatte: "Das besprechen wir intern mit den Freunden meiner Gesinnungsgemeinschaft."

Wer auch immer am Ende den Thron in St. Pölten besteigen wird, muss auf jeden Fall große Belastbarkeit mitbringen, denn die Fußstapfen des Vorgängers Erwin Pröll sind verdammt groß. Seine Traumergebnisse bei Landtagswahlen zu erreichen, wird keine leichte Übung. Die nächste Landtagswahl in Niederösterreich findet programmgemäß Anfang 2018 statt.

Kronen Zeitung/krone.at

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