Sa, 25. November 2017

Kitzbühel naht

16.01.2017 21:28

Streif 2017: Die Angst kehrt zurück

Der Kitzbühel-Wahnsinn steht wieder vor der Tür. Und mit ihm kehrt die Angst zurück. Nach dem Horror-Jahr 2016 (siehe auch Bericht im Video oben) könnte ein neues Flutlicht Schlüsselstelle der Streif etwas entschärfen.

Viele Zuschauer hatten schon einen steifen Hals vom ständigen Blick Richtung Himmel - wo die Rettungshubschrauber im Vorjahr fast im Minutentakt auftauchten, die vielen Streif-Opfer nach Hochrum transportierten

Eier gefordert
"Unten brauchst du wirklich Eier - wir bewegen uns hier auf einem schmalen Grat", hatte die Diagnose von Hannes Reichelt nach dem Sturz von Max Franz beim ersten Training gelautet. Nur vier Tage später wurde der Salzburger, Sieger von 2014, selbst Opfer der Streif, landete im Netz. Und war damit im Vorjahr nicht der letzte Topstar, dem die schwierigste Abfahrt der Welt zum Verhängnis wurde. Weil Sekunden später der Norweger Svindal, zu diesem Zeitpunkt überlegener Leader im Gesamtweltcup, spektakulär abhob, sich das Kreuzband zerfetzte.

Davor hatte es im Training bereits Flo Scheiber, im Rennen dann auch Georg Streitberger erwischt. Ersterer beendete längst seine Karriere, Streitberger traut seinem damals ramponierten Knie die Streif noch nicht zu, Svindal musste wegen der Spätfolgen des Crashs zuletzt passen, ließ sich in Oslo durchchecken.

Übers Limit hinaus
Doch Reichelt, der mit Knochenprellungen glimpflich davongekommen war, und Max Franz gehen diese Woche wieder ans Limit. Oder zur Not auch darüber. Denn egal wie die Bedingungen sind - die Streif ist immer grenzwertig! Im Horror-Jahr 2016 war die schlechte Sicht dazugekommen, dann der Abbruch nach Nr. 30 - genauso viele Starter, um ein gültiges Ergebnis zu haben.

Was zu wilden Diskussionen beim Trainermeeting geführt hatte, bei dem FIS-Rennchef Waldner die Entscheidung mit seinem Kollegen Hannes Trinkl emotional verteidigte: "Hannes ist doch kein Idiot, sondern ein Experte!" Der weiß, dass durch die vielen Stürze auch bei den Profis jenes Gefühl aufkommen kann, das man als Abfahrer eigentlich ausblenden muss: Angst!

"Ich war nicht am Limit, vielleicht war es Instinkt", hatte etwa Romed Baumann nach Platz 12 gesagt - er war nach dem gestürzten Streitberger gestartet. Diese Woche kehrt die Angst zurück - was kann helfen? Künstliches Licht! Fünf an einer Tribüne montierte Scheinwerfer sollen in der Kompression nach der Hausbergkante den Untergrund besser sichtbar machen. "Bei schlechter Sicht werden wir das im Training testen, danach die Läufer befragen", so Trinkl.

Florian Gröger, Kronen Zeitung

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