Sa, 18. November 2017

„Kosovo ist Serbien“

16.01.2017 12:09

Streit um Zug: Vucic von Aufschrift „überrascht“

Im Streit um die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Serbien und dem Kosovo hat der serbische Premierminister Aleksandar Vucic am Montag die Verantwortung für die provokante Aufschrift auf dem Zug von sich gewiesen. Vucic zeigte sich "überrascht" über das Aussehen des Zuges, der am Samstag auf dem Weg in den Kosovo gestoppt worden war. Die Aufschrift "Kosovo ist Serbien" hatte im Kosovo für helle Empörung gesorgt.

Die Ausstattung des Zuges - im Inneren befanden sich Repliken von Ikonen aus serbisch-orthodoxen Klöstern im Kosovo - habe ihn dagegen nicht gestört, sagte Vucic einem TV-Sender. Die Aufnahmen der Heiligendarstellungen aus den Klöstern, die zum UNESCO-Kulturerbe gehören, dürfte die Kosovo-Albaner nicht stören, da der Kosovo ja ein UNESCO-Mitglied werden wolle, so Vucic. Die Verantwortung für die Ausstattung des Zuges wies er dem Chef des Regierungsbüros für den Kosovo, Marko Djuric, zu. Dieser sei ein intelligenter Politiker, der aber manchmal zu viel Leidenschaft an den Tag lege.

Kritik übte Vucic an dem Einsatz der kosovarischen Sonderpolizeieinheit im Nord-Kosovo, die dort nicht sein hätte dürfen. Um im Nord-Kosovo zum Einsatz zu kommen, würde die Sonderpolizeieinheit sowohl die Zustimmung der NATO als auch der serbischen Lokalbehörden brauchen. Die Zustimmung der Serben habe die Einheit am Samstag aber nicht gehabt, unterstrich Vucic.

Provokante Zugfahrt von Serbien organisiert
Der Zug war am Samstagnachmittag in der südserbischen Stadt Raska rund zehn Kilometer vor der Grenze zum Kosovo gestoppt worden, nachdem klar wurde, dass der Kosovo die Einreise verhindern werde. Die Regierung des Kosovo empfand die ohne Rücksprache von Serbien organisierte Zugfahrt als Provokation.

Vucic: "Haben einen Zug, keinen Panzer geschickt"
Serbien begründete die erste Zugfahrt zwischen Belgrad und Mitrovica seit 18 Jahren dagegen als bloße Verlängerung der Zugverbindung, die seit Jahren zwischen der zentralserbischen Stadt Kraljevo und Mitrovica problemlos funktioniert. "Wir haben einen Zug, keinen Panzer geschickt", sagte Vucic am Samstag und beschuldigte die kosovarischen Behörden, "Kriegsspiele" zu betreiben.

Hahn warnt Serbien und Kosovo
Im jüngsten Streit zwischen Serbien und dem Kosovo hat sich auch EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn eingeschaltet und am Montag davor gewarnt, dass beide Länder bisher Erreichtes aufs Spiel setzen. "Mein Appell ist: Sie sollen nicht gefährden, was bereits erreicht wurde während des Dialogs. Und sie sollen nach vorne schauen und nicht zurück", sagte Hahn in Brüssel.

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