Do, 23. November 2017

Raffiniertes Bauteil

16.01.2017 08:33

Forscher entwickeln neuen Brandschutz für Akkus

Seit einem Vierteljahrhundert sind Lithiumionen-Akkus im Einsatz - u.a. in Smartphones, Tablets und Kameras. Doch je kleiner und leistungsfähiger sie sind, desto schwieriger ist es, ihre Sicherheit zu gewährleisten, wie die Brände von Samsungs Flaggschiff Galaxy Note 7 zeigen. US-Forscher haben nun ein Bauteil entwickelt, das solche Vorfälle künftig verhindern soll, indem es bei Überhitzung ein Flammschutzmittel freisetzt.

Überhitzen Lithiumionen-Akkus, dann können sie zu brennen beginnen, und im schlimmsten Fall sogar explodieren. Der Grund dafür sind die brennbaren Elektrolyte, über die der Elektronenaustausch zwischen Kathode und Anode abläuft. In den vergangenen Jahren haben Hersteller zwar versucht, die von ihnen ausgehende Gefahr durch die Beigabe von Flammschutzmitteln zu verringern, "doch das Risiko von Akkubränden existiert noch immer", sagt Kai Lui von der Stanford University.

Er sein Team haben einen laut eigenen Angaben einen neuartigen, raffinierten Batteriebauteil entwickelt, der im Falle einer Überhitzung sofort reagiert, indem er das Flammschutzmittel Triphenylphosphat (TPP) ausschüttet, im Normalbetrieb die Leistung des Akkus aber nicht beeinträchtigt. Es handelt sich um ein Verbundgewebe aus zweischichtigen Mikrofasern, das im Kern TPP enthält, nach Außen schirmt eine Polymerschicht mit niedrigem Schmelzpunkt das Flammschutzmittel vom Elektrolyt ab.

Brandschutz funktioniert in Sekundenbruchteilen
Wenn der Akku zu überhitzen beginnt, verändert sich das Bauteil aber schlagartig: "Wird der Schmelzpunkt des Polymers erreicht, schmelzen die Mikrofasern und das eingekapselte TPP wird freigesetzt", berichten die Forscher im Fachjournal "Science Advances". Im Versuch wurden die Flammen "innerhalb von 0,4 Sekunden komplett gelöscht", so die Wissenschaftler. Sie sind sicher, dass ihre Entwicklung dazu beitragen wird, das leidige Problem der explodierenden Akkus endlich zu lösen.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden