So, 17. Dezember 2017

Horror-Unfall

15.01.2017 18:52

Frontalunfall - Bauchgurt war für Kind tödlich!

Der Gurt hätte ihn retten sollen, brachte einem zwölfjährigen Buben bei einem Frontalzusammenstoß in Ansfelden aber den Tod! Der Bauchgurt verletzte Diogo F. tödlich, als er durch die Wucht des Anpralls zwischen den Sitzen seiner Eltern nach vorne geschleudert wurde. Feuerwehrleute benötigten psychologische Unterstützung. Vater, Mutter und ein Unfallgegner wurden schwer verletzt.

"Wir wurden alarmiert, dass eine Person eingeklemmt sein soll - bei unserer Ankunft, waren Notarzt und Rettung schon vor Ort", sagt Bezirksfeuerwehr-Kommandant Helmut Födermayr. Die meisten der Kameraden hatten sich zuvor auf dem Feuerwehrball im Gasthof Stockinger aufgehalten, als sie der Alarm erreichte. "Wir haben unsere Ausgehuniformen gewechselt und sind losgefahren."

"Ein furchtbarer Anblick"
Als die Einsatzkräfte an der Unfallstelle mit ihrer Helmlampe in das Wageninnere eines der beiden Wracks leuchteten, sahen sie das gesamte Ausmaß der Katastrophe. "Am Rücksitz lag der tote Bub - es war ein furchtbarer Anblick." Diogo war offenbar nur mit einem Bauchgurt angeschnallt, dieser Umstand dürfte auch zu seiner schrecklichen Verstümmelung geführt haben.

Ein junger Feuerwehrkollege konnte in Folge gar nicht mehr mithelfen. Der Bezirksfeuerwehr-Seelsorger Johannes Holzinger, der Probst des Stiftes Sankt Florian, hat sich um den traumatisierten Helfer gekümmert - siehe unser Interview unten.

Mutter wurde schwer verletzt eingeklemmt
Die  Pkw waren gegen 21.15 Uhr in einer 70-km/h-Zone auf der Kremsbrücke frontal aufeinandergeprallt. Ein 42-jähriger, in Ansfelden wohnender Portugiese war mit seiner Ehefrau (33) und dem zwölfjährigen Sohn frontal mit voller Wucht in den Wagen eines 35-jährigen Irakers aus Traun gekracht. Der Bub war sofort tot. Seine Mutter wurde schwer verletzt  eingeklemmt. Auch der Vater musste von der Feuerwehr geborgen werden. "Das Auto war drei Mal geknickt. Wir haben die Eltern zunächst nicht verstanden, nur mit Englisch konnten wir ein wenig kommunizieren", sagt der Kommandant. Die Portugiesen und der Iraker kamen in Linzer Spitäler.

"Reden steht nicht im Vordergrund"
Der Probst des Stiftes St. Florian, Johannes Holzinger, betreut im Bezirk regelmäßig Feuerwehrkameraden nach belastenden Einsätzen.

Sie waren als Bezirksfeuerwehr-Seelsorger bei dem Unfalldrama Samstagnacht in Ansfelden im Einsatz.
Ich bin hinzugerufen worden, weil es vor allem einem jungen Kameraden nicht gut gegangen ist. Er ist sichtlich unter Schock gestanden und stand kurz davor, sich zu übergeben.

Haben Sie derartige Einsätze oft zu absolvieren?
Das kommt etwa alle zwei Monate einmal vor. Manche Bilder, die Kameraden zu Gesicht bekommen, sind allein nur schwer zu verkraften - da benötigt man Unterstützung.

Wie schaut die Hilfe  in solchen Fällen dann aus?
Es geht vor allem ums Dasein und Betroffenen ein aufmerksamer Begleiter zu sein. Dabei steht auch nicht Reden im Vordergrund, sondern Zuhören - und ab und zu richtige Fragen zu stellen. Ziel ist, die Seele zu pflegen, sodass keine Traumata entstehen.

Bei sehr schweren Fällen holen Sie zusätzliche Unterstützung?
Die gebe ich an Krisenhelfer des Landes ab. Es gibt ein ganzes Netzwerk, das Betroffene auffängt.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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