Mo, 22. Jänner 2018

UN-Sicherheitsrat

16.10.2006 20:50

Vollversammlung wählt neue Mitglieder

Bei der Wahl neuer nichtständiger Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat hat sich die Vollversammlung am Montag zunächst nicht auf einen Kandidaten aus Lateinamerika einigen können. In vier Abstimmungsrunden lag Guatemala deutlich vor Venezuela, verfehlte aber jeweils die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Die anderen vier frei werdenden Sitze gehen an Südafrika, Indonesien, Italien und Belgien.

Guatemala erhielt in den geheimen Abstimmungsrunden 109, 114, 119 und 110 Stimmen, notwendig gewesen wären 124. Venezuela lag bei 76, 74, 70 und zuletzt 75 Stimmen. In den nächsten Abstimmungsrunden können sich aber auch weitere Länder aus Lateinamerika für den freigewordenen Sitz bewerben. Als mögliche Kompromisskandidaten gelten unter anderem Costa Rica, Panama und Uruguay.

Venezuela will nicht aufgeben
Die USA hatten Guatemala als Nachfolger Argentiniens unterstützt. Der umstrittene venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte aber bereits zuversichtlich angekündigt, einen Platz im Weltsicherheitsrat als Gegengewicht zu Washington zu nutzen. Venezuela konkurriere nicht mit einem Bruderland, werde aber seine Kandidatur nicht aufgeben, betonte UNO-Botschafter Cardenas am Montag in New York.

Chavez Teufel-Sager schadet Kandidatur
In Diplomatenkreisen hieß es, Chavez habe den Chancen seines Landes empfindlich geschadet, als er US-Präsident Bush vor der UNO-Vollversammlung im September als „Teufel“ bezeichnete. Venezuela war bereits vier Mal im Sicherheit vertreten, Guatemala noch nie.

Heißes Rennen um die nichtständigen Sitze
Der UNO-Sicherheitsrat besteht aus den fünf ständigen Mitgliedern und Vetomächten USA, China, Frankreich, Großbritannien und Russland sowie aus zehn nichtständigen Mitgliedern, die jeweils für zwei Jahre berufen werden und kein Vetorecht haben. Die Mandate der nichtständigen Mitglieder beginnen am 1. Jänner 2007.

 

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