Mo, 20. November 2017

Gewärmt und gebellt

14.01.2017 08:39

Hündin rettet gelähmtes Herrchen vor Kältetod

Wenn er in der Silvesternacht nicht seine Hündin "Kelsey" an seiner Seite gehabt hätte, wäre dieser US-Amerikaner heute wohl nicht mehr am Leben: Bob aus Petoskey im Bundesstaat Michigan war in seinem Garten bei Eiseskälte schwer gestürzt. 20 Stunden lang konnte sich der Mann nicht vom Fleck rühren, sein Golden Retriever wachte jedoch an seiner Seite, wärmte den Schwerverletzten und bellte so lange, bis endlich Hilfe kam.

Bob wollte den Silvesterabend gemütlich daheim vor dem Fernseher verbringen. In der Werbepause ging der Mann gegen 22.30 Uhr nach draußen, um Brennholz zu holen. Am eisigen Untergrund rutschte der nur mit Schlapfen, einer langen Unterhose und einem T-Shirt bekleidete Amerikaner aus - und stürzte derart unglücklich, dass er sich mehrere Halswirbel brach.

Unfähig sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, blieb der Mann bei eisigen minus vier Grad liegen - seine Hilfeschreie verhallten im Nirgendwo, der nächste Nachbar wohnt gute 400 Meter weit entfernt. Einzig Hündin "Kelsey" kam angelaufen und erkannte offenbar sofort den Ernst der Lage. Der Golden Retriever begann augenblicklich zu bellen, selbst als Bob seine Stimme verlor und nicht mehr um Hilfe rufen konnte, verstummte der Hund nicht.

"Sie blieb stets an meiner Seite"
Doch nicht nur das: Die fünf Jahre alte "Kelsey" legte sich auf den Brustkorb ihres Herrchens und hielt es so die Nacht über warm. "Sie bellte weiter und blieb stets an meiner Seite", so Bob in einer Aussendung des McLaren Spitals. Die Hündin leckte außerdem das Gesicht und die Hände des Mannes ab. "So hielt sie mich wach. Ich wusste, dass ich durchhalten musste. Das war meine einzige Chance, um zu überleben."

Nach 19 Stunden verlor der Schwerverletzte dennoch das Bewusstsein. Aber auf "Kelsey" war Verlass: Die Hündin bellte und heulte unaufhörlich - am Neujahrstag gegen 18.30 Uhr wurde der Nachbar dann endlich hellhörig. Er fand Bob und alarmierte sofort die Rettungskräfte.

Mit 21 Grad Körpertemperatur ins Spital gebracht
Der US-Amerikaner wurde mit einem doppelten Halswirbelbruch, Vorhofflimmern und einer Körpertemperatur von nur noch knapp 21 Grad ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde er operiert und erholte sich erstaunlich schnell von den Strapazen der eisigen Nacht. Bob kann seine Arme und Beine bereits wieder bewegen und will schon bald wieder zurück auf seine Farm.

"Ich bin so dankbar für meine zwei Helden", sagt der US-Amerikaner und meint damit seinen behandelnden Arzt und seine tapfere Hündin. "'Kelsey' hielt mich warm und wachsam. Sie hörte niemals auf zu bellen. Dr. Colen hat mein Leben und meine Bewegungsfähigkeit gerettet. Die beiden sind wahre Helden und ich werde ewig dankbar sein."

Charlotte Sequard-Base
Redakteurin
Charlotte Sequard-Base
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