Di, 12. Dezember 2017

"Verstöße" sammeln

13.01.2017 17:21

Salzburg: ÖH blamiert sich mit Gender-Protokoll

Die Gender-Polizei hat wieder zugeschlagen, aber ihr jüngster Streich dürfte sich zu einem fulminanten Eigentor entwickeln. Die rot-grüne Studentenvertretung der Uni Salzburg will neuerdings mit einem Stasi-ähnlichen Sitzungsprotokoll "Verstöße" gegen ihre Gender-Ideologien dokumentieren. Wer bei so einem Schwachsinn "die Augen verdreht" erhält gleich einen Eintrag.

Für ordentlichen Spott sorgen jetzt die jüngsten Wildwüchse der sprachlichen Sittenwächter unter studentischen Uni-Vertretern. Mit einem "Gender Watch Protokoll" werden künftig Verstöße gegen die rot-grünen Gender-Ideologien bei Sitzungen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) Salzburg minuziös dokumentiert.

Auszug gefällig? Einträge gibt es etwa wenn ein Student die "Augen verdreht", "nicht geschlechtergerecht spricht", eine "sexistische Wortmeldung" macht oder "demonstrativ SMS schreibt".

"Seids jetzt endgültig angrennt?"
Öffentlich gemacht hat diese absurde Anordnung jetzt der Chef der VP-nahen Uni-Fraktion "Aktionsgemeinschaft", Paul Oblasser. Mit einer Mischung aus Belustigung und Verwunderung teilte er das Papier auf Facebook, wo es in kurzer Zeit Dutzende Kommentare voller Häme provozierte: "Seids jetzt endgültig angrennt?" oder: "Da sehen die Studenten mal wieder, was den Leuten in dieser ÖH wirklich wichtig ist." Manch einer bezweifelte sogar die Echtheit des Schriftstücks.

Laut "Krone"-Infos wurde es aber tatsächlich aus dem grün-roten Vorsitz-Team der ÖH am Montag per Mail ausgesendet. Es soll sich dabei um einen gemeinschaftlichen Beschluss aller Fraktionen handeln. "Das ist eine glatte Lüge", hält Oblasser in der "Krone" dagegen. Vielmehr gehe der Vorstoß auf die Vertreter der SPÖ und Grüne nahen Fraktionen zurück.

Besorgniserregend ist das insofern, weil es sich bei den Initiatoren um mögliche künftige Entscheidungsträger handelt. Denn die ÖH gilt traditionell als Kaderschmiede für die Großparteien. Viele Politiker haben sich dort während des Studiums ihre Sporen verdient.

Zudem ist die ÖH die gesetzliche Interessensvertretung für knapp 300.000 Studenten und finanziert sich über Pflichtbeiträge. Mit der Aufschlüsselung nach Geschlechtern bei den "Verstößen" sollen wohl gefühlte Wahrheiten über die Debattenkultur statistisch nachweisbar werden. Ganz grundsätzlich sind die Bemühungen der ÖH, Frauen besser in die Uni-Politik einzubinden, auch alles andere als verwerflich, dennoch dürfte man mit diesem Peinlich-Protokoll allen ernsthaften Ansinnen einen Bärendienst erwiesen haben.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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