Mo, 20. November 2017

Strenge Richtlinien

13.01.2017 16:13

EU senkt die HCB-Grenzwerte!

EU-weite Folgen zieht jetzt das Öko-Drama um die HCB-Schadstoffbelastung im Görtschitztal nach sich. Bei der Entsorgung von gefährlichen Chemie-Altlasten in einem Zementwerk war ja gesundheitsschädliches Hexachlorbenzol in die Nahrungskette und das Blut zahlreicher Bürger gelangt. Jetzt hat das Parlament reagiert: In ganz Europa gelten strengere Grenzwerte für HCB!

Effekt: Nach dem Skandal um entwichene Schadstoffe hat das Europäische Parlament für die gesamte EU die Höchstgehalte von Pestizidrückständen, darunter auch Hexachlorbenzol, gesenkt.

Ausgegangen ist die Initiative vom Kärntner Umweltlandesrat Rolf Holub. "Die grüne Fraktion im Europaparlament hat dann die Forderung nach einer europaweiten Senkung der Richtwerte in den relevanten europäischen Gesetzen vorangetrieben", erklärt Ulrike Lunacek, Vizepräsidenten des EU-Parlaments im Gespräch mit der "Krone".

Mit der neuen Verordnung 2016/1866 wurden gleich mehrere Grenzwerte in Lebensmitteln nach unten korrigiert. Konkret darf etwa Milch nur noch 0,005 anstatt 0,01 Milligramm HCB enthalten. Der Wert für Fleisch wurde als Folge der Vorkommnisse in Kärnten sogar um das 40-Fache gesenkt. Mit Inkrafttreten der Novelle am 10. Mai gelten in ganz Europa verbindlich dieselben strengen Werte, die nach dem Skandal als Vorsorgewerte für das betroffene Tal errechnet worden waren. Mit dem neuen Reglement soll auch die Chancengleichheit für heimische Bauern und Lebensmittelproduzenten gesichert sein.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

 krone.at
Redaktion
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