Di, 17. Oktober 2017

Österreicher jubelt

13.01.2017 20:00

Verrücktes Ski-Wunder bei der Lauberhorn-Kombi!

Mit einem überraschenden Ergebnis hat die Kombination in Wengen geendet: Der Sieg ging an den Schweizer Niels Hintermann (sein Siegerinterview sehen Sie oben im Video) vor dem Franzosen Maxence Muzaton. Und: ÖSV-Läufer Frederic Berthold eroberte sein bestes Weltcup-Ergebnis. Der dreifache Junioren-Vizeweltmeister und Sohn des ehemaligen ÖSV-Herren-Cheftrainers Mathias Berthold landete mit Platz drei erstmals am Podium.

Aufgrund der Wettervorhersagen war in der Lauberhorn-Kombi zuerst der Slalom ausgetragen worden, diesen entschied der Schweizer Justin Murisier vor dem Slowenen Stefan Hadalin (0,17) sowie den Franzosen Victor Muffat-Jeandet (+0,20) und Alexis Pinturault (+0,57) für sich. Speed-Spezialist Vincent Kriechmayr hatte 2,25 Sekunden Rückstand, Romed Baumann büßte 2,51 Sekunden und Berthold 3,12 Sekunden ein. Zum Start der auf verkürzter Strecke ausgetragenen Abfahrt schneite es nur leicht, nach zehn Läufern wurde der Niederschlag aber immer heftiger, die folgenden Athleten waren chancenlos.

Wengen-Farce: ORF-Mann Rainer Pariasek lacht mit Sieger über Kombi! Den Kommentar von krone.at-Sportchef Max Mahdalik lesen Sie hier

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das spätere Siegertrio bereits formiert. "Momentan kann ich noch nicht viel sagen, das ist unbeschreiblich. Klar hatten wir extremes Glück mit dem Wetter. Die ersten Zehn hatten einfach noch nicht so viel Schneefall", sagte der 21-jährige Hintermann, der für den ersten Schweizer Saisonsieg sorgte. Den Kopf schüttelte auch Berthold, der sein Glück nicht ganz fassen konnte. "Das war ganz interessant. Der Slalom war sehr schwierig in der Früh, es war eine ziemlich harte Piste, da habe ich mich runtergekämpft und hatte eine gute Nummer für die Abfahrt", sagte der Vorarlberger, der sich damit aber noch nicht bei der WM sieht.

Baumann: "Fair wäre auf jeden Fall cool gewesen"
Chancenlos indes waren auch Vorjahressieger Kjetil Jansrud (11.) und Pinturault, der sich mit nur zwei Saisonbewerben aber das kleine Kristall sicherte. Der sechstplatzierte Baumann lieferte angesichts der Verhältnisse eine starke Abfahrt ab. "Fair wäre auf jeden Fall cool gewesen. Ich bin mit meiner Abfahrt super zufrieden, ich hätte nicht groß gewusst, wo ich noch schneller fahren kann", sagte der Tiroler, der sich damit wohl für die WM qualifizierte. "Es ist so abartig, wenn du unter der Fahrt merkst, es bremst, es stoppt, du machst dich klein und es geht trotzdem nix weiter." Solche Rennen gäbe es immer wieder, er hoffte, dass es in der Spezialabfahrt fair zugehen wird. "Aber die Chancen stehen nicht so gut."

Kriechmayr: Slalom "für einen Abfahrer nicht so schlecht"
Für Kriechmayr wurde es der 17. Platz. "Man braucht nur das Ergebnis sehen, dann weiß man eh, ob es fair war oder nicht. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich alles in der Hocke gefahren, es hat mich die ganze Zeit hergestoppt." Man sei schlicht chancenlos gewesen." Seine Slalom-Performance bezeichnete er als "für einen Abfahrer nicht so schlecht". An der Durchführung der Abfahrt am Nachmittag zweifelte er zur Halbzeit nicht. "Wenn das wer schafft, dann der Bauernbua aus Oberösterreich, der Hannes Trinkl - der buddelt sich da rein!", sagte Kriechmayr über den FIS-Rennleiter. Zwar gelang es der Pistencrew zunächst, den Neuschnee rauszurutschen - doch dann wurde der Schneefall wieder stärker.

Mayer nach Out: "Schade, ich habe es bis dorthin super erwischt"
Matthias Mayer, Max Franz, Hannes Reichelt und Christian Walder schieden im Slalom aus, aus diesem Quartett war Reichelt nur angetreten, weil er ein zusätzliches Abfahrts-Training im Visier gehabt hatte. Mayer indes hatte auch in der Kombi Ambitionen und lag bei der ersten Slalom-Zwischenzeit sogar eine Hundertstel voran. "Schade, ich habe es bis dorthin super erwischt. Kann man nix machen, ist jedem schon einmal passiert im Slalom", sagte der Abfahrts-Olympiasieger. Ans Zurücksteigen dachte er nicht. "Ich war schon zwei Tore weiter herunten. Ich bin auf die Kombi gegangen heute, habe mir gedacht, ich muss im Slalom voll andrücken, weil es sowieso eine Fifty-Fifty-Entscheidung ist, ob die Abfahrt geht."

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