Do, 26. April 2018

"Barbarische Tat"

14.10.2006 20:27

Franzose schnitt Bub Penis ab

Mit 20 Jahren Haft muss ein Franzose dafür büßen, dass er einem vierjährigen Buben in einer Restauranttoilette den Penis abgeschnitten hat. Das Gericht in Paris griff mit voller Härte durch: Zusätzlich verhängte es wegen der „barbarischen Tat“ eine 13-jährige Sicherungsverwahrung.

Der 33-jährige Olivier Toussat hatte Ende 2000 in der Toilette einer McDonald's-Filiale dem Buben den Penis abgetrennt. Das Kind war mit einem Kindermädchen in dem Schnellrestaurant gewesen. Die junge Frau fand den Knaben weinend und blutend.

Als der Bub den Hergang vor Gericht schilderte, brach ein Geschworener zusammen und musste ersetzt werden. Zwei Geschworene brachen in Tränen aus, als das Kindermädchen schilderte, wie sie seit der Tat diesen „Horrorfilm“ immer wieder in ihrem Kopf erlebe.

Das Glied wurde dem Jungen später wieder angenäht. Die Mutter des Kindes verkraftete den Überfall psychisch nicht und musste stationär behandelt werden. „Er hat mir drei Monate lang meine Mutter weggenommen“, sagte der Junge weinend vor Gericht.

Der Täter selbst nannte sein Verhalten unverzeihlich. „Ich kann Ihnen nur das beste für die Zukunft wünschen, auch wenn das nichts ändert“, sagte er an die Eltern des Opfers gerichtet.

Im Prozess stritten Anklage und Verteidigung um die Frage, ob die Tat ein strafverschärfender „Akt der Barbarei“ war. Der Staatsanwalt forderte 30 Jahre Haft und 20 Jahre Sicherungsverwahrung, erklärte sich mit dem Urteil aber einverstanden. Toussat finde „kein Vergnügen am Leiden anderer“ und habe „nicht den Willen gehabt, wehzutun“, argumentierte die Verteidigung.

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