Mo, 23. Oktober 2017

Schlimm wie nie!

08.01.2017 17:27

ÖSV-Coach: „Brauchen nicht über Medaillen reden!“

Auch in Marburg hat es keine Podest-Platzierungen für ÖSV-Damen gegeben: Chefcoach Jürgen Kriechbaum schraubt deshalb die Erwartungen für die WM zurück.

"Krone": Herr Kriechbaum, bei den Rennen in Marburg blieb das erste Technik-Podest für die ÖSV-Damen in dieser Saison aus, dazu gab es das schlechteste RTL-Resultat der Geschichte. Schrillen die Alarmglocken?
Jürgen Kriechbaum: Das schlechteste Resultat muss man so zur Kenntnis nehmen. Aber das ist die spezielle Situation, in der wir sind. Wenn Top-Stars weg sind, kannst du nicht gleich den nächsten aus dem Ärmel zaubern. Das funktioniert bei niemandem. Aber das ist momentan der Rahmen, der passieren kann, wenn ein Rennen blöd läuft.

"Krone": Also keine gute Aussichten für die WM in St. Moritz?
Kriechbaum: Das kann bei der WM genauso passieren. Ich weiß aber, dass Anna Veith eine ansteigende Tendenz hat, dass bei Steffi Brunner immer eine Überraschung drin ist. Aber die Podest-Diskussion erübrigt sich momentan ein bisschen. Das schaffen wir nur dann, wenn jemand überraschend zuschlägt.

"Krone": Wie dramatisch sehen Sie die Situation?
Kriechbaum: Wir sind in der Breite gar nicht so schlecht aufgestellt, es haben schon 21 Mädeln heuer gepunktet. Das würden sich andere Nationen wünschen. Aber die brauchen noch ein bisschen. Eine Wendy Holdener, die im Slalom nun fast immer auf dem Podium ist, hat auch fünf Jahre gebraucht. Man muss bei uns in der derzeitigen Situation die Erwartungen zurückschrauben. Weil nach vorne hin die Spitze nicht abgesichert ist. Das war mit Veith oder Brem jahrelang der Fall. Die waren Erster oder Dritter, was dahinter war, hat keinen interessiert.

"Krone": Aber die Erwartungen an die Ski-Nation Österreich sind nun einmal andere …
Kriechbaum: Klar. Aber die können wir momentan nicht erfüllen. Ein Beispiel aus meiner Zeit als Abfahrtstrainer: Da haben wir nach dem Generationenwechsel und Rücktritten von Götschl, Dorfmeister, Meissnitzer in der Saison 2009/10 nur 391 Abfahrtspunkte geholt. Jetzt sind wir wieder ganz gut formiert, haben acht in den Top 30. Aber die Siegläuferinnen fehlen oder sind verletzt.

"Krone": Was heißt das für die WM in St. Moritz?
Kriechbaum: Wir brauchen da nicht über Medaillen zu reden, weil die Basis fehlt. Wir müssen weiterarbeiten. Und wenn die eine oder andere wieder fit ist, haben wir eine gute Damen-Mannschaft. Ob es die Geduld dafür gibt, ist eine andere Sache.

Herbert Struber, Kronen Zeitung

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