Mo, 22. Jänner 2018

Opa dreht durch

14.10.2006 17:35

Attacke mit Motorsäge im Kindergarten

Obwohl es die Mutter verboten hatte, wollte ein Steirer in Mürzzuschlag seine Enkelin vom Kindergarten abholen - betrunken und mit einer Motorsäge im Anschlag. Er wurde abgewiesen, drehte durch und versuchte die Kettensäge anzuwerfen...

Bis um elf Uhr wurde im Kindergarten gespielt und gelacht, doch dann stand plötzlich "dieser seltsame Mann, der eine Arbeitsmontur anhatte", vor der Eingangstür auf der Wiese. In der linken Hand hielt er einen offenbar eilig auf einer Wiese gepflückten Blumenstrauß, in der rechten - eine Motorsäge!

Mit barschem Ton forderte er die Heimleiterin auf, ihm die fünf Jahre alte Enkelin zu übergeben, die sich in seinem Wald an der frischen Luft sicher wohler fühlen würde als im Kindergarten. Die Frau lehnte die Forderung ab, weil die Kindesmutter schon vor Wochen erklärt hatte, dass nur ihre Freundin, unter keinen Umständen aber der Opa die Kleine abholen dürfe. Denn: Der Pensionist sei alkoholkrank und habe in diesem Zustand vor allem als Autolenker das Leben der Enkelin aufs Spiel gesetzt.

Der 61-Jährige (er war mit dem Auto gekommen) wollte sich nicht abwimmeln lassen. Danach überschlugen sich die Ereignisse - vor den Augen von 20 Mädchen und Buben! Der Pensionist tobte, beschimpfte die Heimleiterin und ihre beiden Kolleginnen. Dann wollte er mehrere Male die Motorsäge starten - die offenkundige Drohung, im nächsten Augenblick ein Massaker anrichten zu wollen. Die Startversuche misslangen - kein Treibstoff im Tank!

Minuten später war die Polizei zur Stelle. Ein kurzes Handgemenge, dann war der Pensionist überwältigt. Der Steirer - er hatte mehr als zwei Promille im Blut - wurde in die "Geschlossene" der Grazer Sigmund-Freud-Klinik eingeliefert. Sowohl Kinder als auch Kindergarten-Tanten werden nach dem Schockerlebnis psychologisch betreut.

Manfred Niederl, Kronen Zeitung

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