Di, 12. Dezember 2017

Erschoss 5 Menschen

07.01.2017 07:51

Ermittler: "Täter meint, IS zwingt ihn zum Kampf"

Fünf Menschen erschoss Esteban Santiago am Freitag auf dem Flughafen von Fort Lauderdale in Florida, bevor er von der Polizei festgenommen wurde. Der früher im Irak stationierte Ex-Soldat meinte, "Stimmen zu hören, die ihn zum Kampf für den IS zwangen", wie die Ermittler nun berichteten. Zwei Monate vor dem Blutbad am Flughafen hatten ihn FBI-Beamte wegen Wahnvorstellungen in die Psychiatrie gebracht. Warum er dennoch mit einem legal eingecheckten Gewehr im Gepäck durch das Land reisen konnte, ist unklar.

Laut einem Vertreter des US-Verteidigungsministeriums war Santiago als Soldat der Nationalgarde von Puerto Rico bzw. Alaska von April 2010 bis Februar 2011 im Irak stationiert gewesen. Er hatte die Armee im August 2016 verlassen.

Video: Hier wird der Mörder von Fort Lauderdale abgeführt

Bei einer Pressekonferenz antworteten Behördenvertreter auf die Frage, ob ein terroristisches Tatmotiv infrage komme, dass es für eine Antwort darauf "noch zu früh" sei. Bürgermeisterin Barbara Sharief sagte, es gebe "keine Erkenntnisse, dass es einen weiteren Täter gab".

Täter meinte, er sei "gezwungen, für den IS zu kämpfen"
Der Sender CBS News berichtete unter Berufung auf Bundespolizisten, ein Mann, der auf die Beschreibung von Esteban Santiago passe, sei vor zwei Monaten in ein Büro der Bundespolizei FBI in Anchorage in Alaska gekommen. Er habe versichert, dass er gezwungen worden sei, für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zu kämpfen. Aus Sorge um seinen psychischen Zustand hätten die FBI-Beamten den Mann in eine psychiatrische Klinik gebracht, hieß es in dem Bericht. Laut CBS war gegen den Schützen vor einigen Jahren ergebnislos in einem Kinderporno-Fall ermittelt worden.

Laut US-Medien war Santiago mit einem Flugzeug aus Kanada oder Alaska in Fort Lauderdale gelandet. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, die Schusswaffe des Schützen sei in seinem aufgegebenen Gepäck gewesen und von ihm offiziell deklariert worden.

Laptop rettete Mann das Leben
Steve Frappier hatte im wahrsten Sinne des Wortes Glück im Unglück. Eine Kugel des Mörders wurde von seinem Laptop abgefangen, den er vor seiner Brust festhielt. "Ich habe es knallen gehört, so wie Feuerwerkskörper", berichtete Frappier gegenüber CNN. Er und die anderen Menschen in seiner Umgebung hätten sich sofort auf den Boden geworfen.

Augenzeuge: "Er hat wahllos um sich geschossen"
"Er hat willkürlich auf Leute gezielt", sagte der Augenzeuge Mark Lea dem Sender MSNBC. Der Schütze sei "die ganze Zeit ruhig geblieben" und habe nicht versucht, vor der Polizei zu fliehen. Nachdem er sein Magazin leergeschossen habe, habe er seine Waffe abgelegt und sich festnehmen lassen. "Die Polizei hat keinen Schuss abgeben müssen", bestätigte der Sheriff des Landkreises Broward, Scott Israel.

Laut Flughafenverwaltung spielte sich das Geschehen im Bereich der Gepäckabholung im Terminal 2 ab. Der Augenzeuge John Schlicher sagte auf Fox News: "Ich hörte den ersten Schuss." In dem Moment sei ein Mensch genau neben ihm auf den Boden gestürzt. "Es war sehr surreal."

Prominenter Augenzeuge des Blutbades
Ein weiterer Augenzeuge des Blutbades war Ari Fleischer, der Pressesprecher des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Er twitterte: "Es sind Schüsse gefallen, alle rennen weg!" "Alles ist jetzt wieder ruhig, aber die Polizei lässt niemanden aus dem Flughafen raus, zumindest nicht dort, wo ich gerade bin", teilte Fleischer kurz darauf mit.

Der Flughafenin Fort Lauderdale ist Zwischenstopp für viele Touristen, die eine Kreuzfahrt oder einen Urlaub in der Karibik gebucht haben. Der Betrieb wurde nach der Bluttat vorübergehend unterbrochen. Auch nach der Festnahme des Schützen durften die Reisenden den Flughafen stundenlang nicht verlassen.

Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, ließ sich am Flughafen über die Lage informieren. Der künftige US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, er verfolge die "schreckliche Lage in Florida". Der amtierende Präsident Barack Obama sagte auf ABC News, er sei "untröstlich" über die Gewalttat. Zum Tatmotiv wollte er sich vorerst nicht äußern.

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