Mo, 20. November 2017

Mega-Einsatz in Köln

04.01.2017 13:21

„Wer keine Ahnung hat, soll die Goschn halten“

Der Mega-Polizeieinsatz in der Silvesternacht in der deutschen Stadt Köln erhitzt weiter die Gemüter und hat eine Rassismus-Debatte ausgelöst. Nun ging der deutsche Ex-Bundespolizist Nick Hein in einem Interview auf RTL (siehe Video oben) mit den Kritikern hart ins Gericht: "Die Polizei hat richtig reagiert. Wer keine Ahnung von der Praxis hat, sollte einfach mal die Goschn halten!"

Hein, der selbst drei Jahre lang am Kölner Hauptbahnhof gearbeitet hatte und jetzt in Berlin lebt, zeigt wenig Verständnis für die Kritik an den Polizeieinsätzen: "Ich bin einfach genervt von dieser Debatte."

"Was wäre denn die Alternative gewesen? Schauen, was passiert?"
"Da kommen 600 junge, dem Erscheinungsbild der letztjährigen Haupttäter entsprechende, stark alkoholisierte Männer an, werden von der Polizei befragt und kontrolliert - was wäre denn die Alternative gewesen? Die Jungs laufen lassen und schauen, was passiert, um sich im Nachhinein anhören zu müssen, dass man nicht eingeschritten ist, als man noch die Chance hatte?", schimpfte Hein im RTL-Interview bei "Guten Morgen Deutschland" am Dienstag. Seiner Meinung nach habe die Exekutive genau richtig reagiert: "Bei der Polizei arbeiten Experten. Die haben Ahnung von dem, was sie tun." Hein war lange Bundespolizist gewesen und zudem bester deutscher Judoka gewesen. Heute ist er Mixed-Martial-Arts-Profi.

Bilanz: Über 1000 Platzverweise und 164 Strafanzeigen
Zur Erinnerung: Laut Polizeibericht waren in der Silvesternacht rund 2000 junge Männer in größeren Gruppen zum Hauptbahnhof gekommen. Die Exekutive kontrollierte Hunderte Nordafrikaner und verhinderte so eine Eskalation wie im letzten Jahr. Die Bilanz: mehr als 1000 Platzverweise und 164 Strafanzeigen.

Das Vorgehen der Polizei gegen Nordafrikaner stieß auf Kritik, vor allem die Bezeichnung "Nafris" für Nordafrikaner wurde im Internet kontrovers diskutiert. Die deutsche Grünen-Chefin Simone Peter warf der Polizei indirekt Rassismus vor. Amnesty International sprach von einem "eindeutigen Fall von Racial Profiling".

"'Nafri' schlicht eine Abkürzung wie 'Ami'"
Dass der Begriff Nordafrikaner mit "Nafri" abgekürzt wurde, erklärte Hein damit, dass "Nafri" aus der Funksprache stamme. "Man möchte möglichst viele Informationen schnell übermitteln, ganz ohne Wertung." Als Beispiele nannte er weitere gängige Funk-Abkürzungen: "PV" etwa für Platzverweis, "Ami" für einen Amerikaner und "Aussie" für einen Australier. Jetzt werde der Begriff "Nafri" "von Leuten, die keine Ahnung haben", instrumentalisiert, um Stimmung zu machen. "Deswegen war der 'Nafri'-Tweet der Polizei vielleicht unglücklich." Der Ex-Polizist ist sich aber sicher: "Hier wurde niemand diskriminiert. Nicht mal die Altbiertrinker. Alle waren willkommen."

Video: Polizei verhinderte Silvester-Katastrophe

Großteil der Deutschen lobt Eingreifen der Polizei in Köln
Das Vorgehen der Kölner Polizei in der Silvesternacht stößt bei einer großen Mehrheit der Deutschen auf Zustimmung. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Institus Forsa für RTL schätzten mit 79 Prozent knapp vier Fünftel der Befragten den Einsatz der Polizei in der Domstadt als angemessen ein. Gegenteiliger Meinung waren demnach lediglich 13 Prozent.

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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