Mo, 23. Oktober 2017

Identität geklärt

03.01.2017 17:38

Istanbul-Killer reiste per Flugzeug mit Familie an

Mit Hochdruck fahndet die türkische Polizei nach jenem Mann, der in der Silvesternacht im Istanbuler Nachtclub Reina kaltblütig 39 Menschen erschossen hat, bevor er flüchten konnte. Und die Schlinge zieht sich offenbar zu, denn die Behörden haben inzwischen die Identiteät des Massenmörders, von dem jetzt ein Selfie-Video (siehe oben) aufgetaucht ist, das ihn klar und deutlich auf einem belebten Platz im Herzen der Millionenmetropole zeigt, geklärt und haben sogar seine Familie in Gewahrsam genommen. Weitere Details wurden nicht genannt.

Wie die BBC unter Berufung auf türkische Medien berichtet, hat die Polizei inzwischen zwölf Verdächtige in Gewahrsam genommen - unter ihnen die Familie des mutmaßlichen Attentäters. Der Mann soll mit seiner Ehefrau und zwei Kindern bereits im November per Flugzeug von Kirgisistan in die Türkei gereist sein, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Falsche Passfotos aufgetaucht
In sozialen Medien tauchten hingegen angebliche Passfotos des Attentäters auf, die sich später allerdings als falsch herausstellten. Kirgisische Behörden erklärten, der Mann habe lediglich ein ähnliches Aussehen wie der Istanbuler Attentäter, sei jedoch befragt worden, und ein Zusammenhang mit dem Anschlag sei auszuschließen.

Zudem gab es am Dienstag im Zusammenhang mit dem Attentat zwei weitere Festnahmen auf dem Istanbuler Atatürk-Flughafen. Zwei Verdächtige seien am Abflugterminal verhaftet worden, meldete eine türkische Nachrichtenagentur.

Berichten zufolge ist der Attentäter am 20. November mit seiner Familie in Istanbul angekommen, dann sei er ist die Großsstadt Konya, 200 Kilometer südlich von Ankara, gefahren, wo er eine Wohnung gemietet und für drei Monate im Voraus bezahlt habe. Dem Makler habe er laut "Bild" erzählt, er sei in Konya auf Jobsuche. Am 29. Dezember sei er dann wieder nach Istanbul gefahren, wo er in der Silvesternacht das Massaker angerichtet haben dürfte, bei dem 39 Menschen starben und fast 70 weitere verletzt wurden.

Ehefrau wusste nach eigenen Angaben von nichts
Seine Ehefrau soll von all dem nichts gewusst haben, hieß es. In der Vernehmung habe sie gesagt, dass sie von dem Anschlag erst aus dem Fernsehen erfahren habe. Sie habe nicht einmal gewusst, dass er mit der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat sympathisiere, geschweige denn, dass er ein Terrorist sei.

Die Behörden haben die Identität des Massenmörders von Istanbul noch nicht öffentlich gemacht. Laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der Türkei, Numan Kurtulmus, verfügen die Behörden über seine Fingerabdrücke sowie eine "Basisbeschreibung". Bald dürfte aber endgültig feststehen, ob es sich bei dem Angreifer um jenen Mann handelt, von dem der IS am Montag ein Video veröffentlicht hat, als er die Tat für sich reklamierte.

Darauf ist angeblich der Attentäter von Istanbul zu sehen, wie er sich am helllichten Tag auf einem belebten Platz im Herzen der Millionenmetropole filmt. Ob das Selfie-Video vor oder nach dem Blutbad im Club Reina entstanden ist, ist noch nicht klar. Der IS bezeichnete den Mann als "Soldaten des Kalifats".

Menschen, die sich bewegten, in den Kopf geschossen
Dieser "heldenhafte Soldat" war am Sonntag, kurz nach Mitternacht, mit einer Waffe in den Club gestürmt und hatte Dutzende Menschen niedergeschossen. Viele von ihnen starben sofort, anderen auf dem Boden liegenden soll er gezielt in den Kopf geschossen haben, wenn sie sich noch bewegten. Nach dem Massaker zog sich der Mann offenbar in Ruhe um, reinigte die Waffe und flüchtete schließlich.

Video: Hier beginnt der Killer das Morden

Video: Augenzeugen schildern die grausamen Momente

Laut Geheimdienstkreisen wurde der Angriff von derselben IS-Zelle ausgeführt wie der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen im Juni. Damals hatten mehrere Selbstmordattentäter 45 Menschen mit in den Tod gerissen.

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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