Sa, 18. November 2017

Gesundheitsrisiko

03.01.2017 06:03

Zugewanderte Moskitos als Krankheitsüberträger

Derzeit sind in Österreich 46 verschiedene Stechmückenarten beschrieben. Vier dieser Gelsenarten sind neobiotische, das bedeutet zugewanderte Stechmücken. Ursprünglich waren sie in anderen Regionen heimisch, aber mit dem Gütertransport oder durch den Klimawandel konnten sie neue Gebiete besiedeln. "Als Krankheitsüberträger einer Vielzahl von Viren und Parasiten auf Mensch und Tier stellen sie auch ein Gesundheitsrisiko dar", erläutert Mag. Dr. Hans-Peter Führer vom Institut für Parasitologie an der Vetmeduni Wien.

Die Aktualisierung des Wissenstandes über das derzeitig bestehende Arteninventar und die mögliche Verbreitung der einheimischen und neobiotischen Arten sei eine Voraussetzung für die Entwicklung zukünftiger Überträger-Kontrollmaßnahmen unter Berücksichtigung des Umweltschutzes und des Erhalts der Biodiversität, so der Wissenschaftler.

Ein interdisziplinäres Team rund um Dr. Führer untersucht einheimische und neobiotische Stechmücken in Ostösterreich und deren Rolle für das Ökosystem bzw. als Überträger diverser Krankheitserreger. Im Rahmen dieses seit 2013 laufenden Projekts wurden zwar neobiotische Stechmückenarten und diverse Krankheitserreger (z.B. Dirofilarien) nachgewiesen, glücklicherweise wurde allerdings die Tigermücke, die als Überträger der vormals rein tropischen Viruserkrankungen Chikungunya, Dengue und Zika fungiert, im Rahmen dieser Studie nicht entdeckt.

"Obwohl es in Österreich bereits Funde von Einzelindividuen dieser Art gegeben hat, kann man derzeit, im Gegensatz zu Norditalien und Baden-Württemberg, noch davon ausgehen, dass es bei uns keine stabilen, überwinternden Populationen gibt", beruhigt Führer, dessen Projekt vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziert wird.

Zur Person:
Hans-Peter Führer ist Parasitologe am Institut für Parasitologie der Vetmeduni Wien. Seit 2013 leitet er die Projektgruppe "Stechmücken". Im Rahmen des vom FWF geförderten ERA-NET-Projekts "GC-INVAMOFECT - Klimawandel und invasive Moskitos als Risikofaktoren für Infektionskrankheiten in Europa" arbeitet er zusammen mit Kollegen aus Lyon, Montpellier und Frankfurt am Main an der Erforschung von Stechmücken und von ihnen übertragenen Krankheitserregern.

In der Serie "Krone der Wissenschaft" stellen wir Projekte von Spitzenforschern und -forscherinnen in Österreich vor. Ausgewählt werden sie von Prof. Dr. Georg Wick, dem Leiter des Labors für Autoimmunität an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Kronen Zeitung

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