So, 25. Februar 2018

Indoorplantagen-Boom

31.12.2016 16:10

Jahr für Jahr mehr "Haschgärtner" in Tirol

Weil man nicht immer einfach so ganz Drogen herbekommt, versuchen sich offenbar immer mehr Tiroler als "Haschgärtner" und bauen Cannabiskraut selbst an. Allein 2015 beschlagnahmte die Tiroler Polizei nicht weniger als 61 Indoor- und drei Outdoor-Plantagen - Tendenz steigend. Züchter sind meist Einheimische.

"Wir haben dabei auch an unsere Tochter gedacht und wollten der kriminellen Drogenszene aus dem Weg gehen", erklärten unlängst die Eltern einer kleinen Tochter am Innsbrucker Landesgericht. Das Oberländer Paar war es leid, Drogen an dunklen Straßenecken zu kaufen. Doch die Polizei entdeckte die Indoorplantage, die in kürzester Zeit mehr als 500 Gramm Cannabiskraut abwarf. Die beiden "Drogen-Eltern" wurden zu saftigen Geldstrafen verurteilt.

64 Plantagen entdeckt

Die beiden 30-Jährigen sind aber bei weitem nicht die einzigen, die sich in Tirol in den letzten Monaten als "Hobbygärtner" versuchten. Denn der Anbau von Cannabispflanzen in den eigenen vier Wänden nimmt laut Bundeskriminalamt Jahr für Jahr zu. Konnten im Jahr 2014 in Tirol 49 Indoor-Plantagen sichergestellt werden, waren es 2015 bereits 61. Hinzu kommen drei Outdoor-Plantagen. Verwendet werden bevorzugt die im Handel erhältlichen Bausätze in Kastenform, in denen zwischen zehn und 50 Stück Cannabispflanzen gezogen werden. Ist der Handel mit Suchtmittel speziell in Innsbruck seit Jahren fest in der Hand krimineller Nordafrikaner, sind die Betreiber der Indoor-Plantagen durchwegs Österreicher.

Eigenes Labor im Keller

Neben Indoor- und Outdoorplantagen wurde 2015 etwa in Wörgl auch ein zu einem Labor adaptierter Kellerraum ausgehoben, in dem ein Chemiestudent beabsichtigte, Amphetamin in großen Mengen herzustellen. Die notwendigen Chemikalien hatte er über das Internet in China bestellt.

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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