Do, 23. November 2017

In Wüste vergraben?

30.12.2016 14:48

Amtsposse um beschlagnahmte Korane in Deutschland

Was tun mit massenhaft beschlagnahmten Koran-Ausgaben? Mit dieser Frage müssen sich derzeit die deutschen Behörden auseinandersetzen. Im November waren bei einer Razzia gegen die verbotene salafistische Vereinigung "Die wahre Religion" rund 22.000 Koran-Übersetzungen sichergestellt worden. Doch so einfach entsorgen kann man die Schriften nicht, berichtet der WDR.

Immerhin handelt es sich um die Heilige Schrift der Muslime, wenn auch in einer Übersetzung. Einfach vernichten - etwa verbrennen oder schreddern - kommt also nicht infrage. Eine weitere Nutzung ist ebenfalls ausgeschlossen, da die Ausgaben laut WDR "stark salafistisch geprägt" sind. Ein Behördenvertreter zeigte sich ratlos: "Wir suchen im Gespräch mit Islam-Organisationen nach einer islamgerechten Lösung."

Die derzeit wahrscheinlichste Variante klingt abenteuerlich: Die Bücher könnten in Tücher gewickelt in der Wüste vergraben werden. Man würde sich in diesem Fall einen Ort suchen, an dem möglichst keine Menschen angesiedelt sind, die unwissentlich über das "Koran-Grab" gehen könnten.

Einstweilen haben die Behörden noch eine Nachdenkpause: Da noch eine Klage gegen die Beschlagnahme im Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie das Verbot der Vereinigung, die mit den "Lies!"-Verteilaktionen auch in Österreich ins Visier der Verfassungsschützer geraten ist, anhängig ist, bleiben die Bücher vorerst im Lager.

 krone.at
Redaktion
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